Es klingt nicht nach viel, wenn Handwerker mit einer Sondergenehmigung nahe beim Kunden parken können. Und doch sparen sie sich den Gang zum Parkautomaten, die firmeneigene Abrechnung oder gar das Umkreisen der Blocks, weil sie auch auf einem Anwohnerparkplatz den Einsatzwagen abstellen können. Eine Ersparnis, die sich oft auch für den Kunden auszahlt.
Der digitale Antrag entlastet die Kommunen
Der Parkausweis für Handwerker verweist aber auf mehr: Weil immer mehr Kreise ihn für alle Kommunen ausstellen, entfällt der lästige Mehrantrag und ebenso viel überflüssige Bürokratie. Auch dass der Ausweis meist online beantragt werden kann, entlastet Handwerker wie Kommunen.
Leider ist all das in den meisten anderen EU-Ländern schon lange selbstverständlich. Dass ein kreisweiter Ausweis als Neuerung empfunden wird, verweist eben auch darauf, dass die Kommunen, Länder und auch der Bund bei der Digitalisierung der Verwaltung sehr alt aussehen. Im aktuellen EU-Vergleich der Digitalisierung öffentlicher Dienste ist Deutschland leider nur führend, was das hintere Drittel angeht.
Es ist also Zeit, dass die Kommunen weiter nach Erfolgsgeschichten suchen – und seien sie noch so klein. Sinnvoll wäre es etwa, die aktuelle kleine Erfolgsgeschichte größer zu machen und den Sonderparkausweis für die komplette Region anzubieten. Dann könnten Handwerker jenseits von Kreisgrenzen ihren Wagen kundennah parken.
Ob die Sondergenehmigung nicht noch häufiger für Pflegedienste gelten müsste und wie viel sie dann kosten dürfte, um attraktiv zu sein, sind wichtige Fragen auf dem Weg zum Ziel. Klar ist aber auch: Wo es keinen Parkplatz gibt, nutzt auch ein Ausweis nichts.