Songs, Souvenirs und eine Sause Aus Liebe zum Feuersee

Stuttgarter:innen lieben diesen Ort – und feiern ihn, den Feuersee in Stuttgart-West. Foto: Tanja Simoncev

Besondere Orte (in Stuttgart) verdienen besondere Liebesbeweise: Songs, Souvenirs und eine eigene Sause. Aus Liebe zum Feuersee wurde Cooles kreiert, wir zeigen euch was.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)

Diese Zeilen sind längst überfällig. Der Feuersee verdient schließlich mehr als einen Liebesbeweis – und das auch in gedruckter Form. Gut, dass Stuttgart Souvenirs neben vielen anderen coolen Pieces wie Plüsch-Schildkröten und Schlüsselanhängern, nun endlich auch ein Poster mit Stuttgarts bekanntestem Löschteich herausgebracht hat.

 

Ein Poster für Stuttgarts bekanntesten Löschteich

Entstanden ist das Plakat, das den Feuersee ja fast schon aus einer (Unter-)Wasser-Perspektive (oder vielleicht auch aus der Sicht der Schildkröten, die sich dort tummeln) zeigt, wieder in Kooperation mit dem Esslinger Illustrator Florian Bayer, der bereits die anderen Poster des coolen Souvenir-Shops gestaltetet hat.

Als Launch-Date hätte man sich außerdem keinen besseren Ort oder auch kein besseres Happening aussuchen können als das Feuersee-Fest, das noch bis Sonntag, 3.8., rund um den Feuersee stattfindet.

Feierei am Feier-, äh, Feuersee

Hier kann nach Herzenslust geschlemmt, geschlendert und gefeiert werden. Mehrere Foodtrucks mit coolen Specials wie Tacos von Attaco und Specialty Coffee von Findus Kafé treffen auf bekannte Stände vom regelmäßig stattfindenden Feuerseemarkt wie „So’n Käs“ und Musik auf Bühnen und in der DJ-Area – cooler wird’s nicht. Muss man erlebt haben. Punkt.

Rund um den See findet sowieso das beste Leben statt, neuerdings auch beim Feuersee Open, genauer: Hier kann bis zum Abwinken und auf 15 schicken Bahnen Minigolf gespielt werden – auf dem W&W-Areal, wo im Winter der Punschwald mit unfassbar vielen Tannen beheimatet ist.

Punschwald statt Planschen

Hier bleiben also fast keine Wünsche offen, ob Minigolf oder Glühwein, nur das Planschen überlassen wir lieber den Turtles, Tauben, riesigen (Entschuldigung, wie groß sind die denn bitte!?!) Karpfen und natürlich unserem lieb gewonnenen Aggro-Schwan. Wir sitzen stattdessen auf den Stufen gegenüber von der Johanneskirche, beim Sundowner, in hipper Gesellschaft.

Sundowner geht auch besonders gut am Feuersee. Foto: Tanja Simoncev

Ja hier ist abends, aber auch zur Mittagszeit – mit Bulgogi-Lunch-Bowle von Ludo oder einem Banh-Mi-Sandwich von Maison Banh Mi – immer gut was los. Während Corona wurde der Feuersee tatsächlich auch zum „Feiersee“ erklärt. Und das bedarf wenig Erklärung, die Clubs der Stadt hatten schließlich geschlossen. Außerdem sorgte die immersive Lichtershow „Genesis“ in den letzten zwei Jahren, immer im Winter, für die passende (Disco-)Beleuchtung und Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

Die immersive Lichtershow „Genesis“ in der Johanneskirche ist ein Highlight. Foto: Tanja Simoncev

Ja, die Johanneskirche gibt uns nicht nur gute, sondern auch Paris-Vibes. Notre Dame lässt grüßen, könnte am ähnlichen Baustil liegen. Denn sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts nach dem Vorbild der großen, europäischen Kathedralen im neugotischen Stil erbaut. Facts gedropped.

Ein Ort, der vielen am Herzen liegt

Da muss es wirklich ganz und gar nicht verwundern, dass nun auch eine junge, aufstrebende Stuttgarter Musikerin das Potenzial des Sees erkannt und ihm direkt einen Song gewidmet hat.

Es ist ein Ort im Kessel, der ihr am Herzen liegt, lässt uns Lucy Duffner bereits im Juni wissen. „Das ist definitiv ein Song, der wie eine Statement-Kette wirkt – voll auf die Fresse von den Lyrics, aber auch vom Musikalischen“, findet die Künstlerin.

Ihre Intention sei dabei gewesen, dass jeder checkt: Okay, es geht um den Feuersee und dass man mitsingen kann. „Und der Song ist recht spontan entstanden. Er ist bestimmt kein lyrisches Meisterwerk, sondern vielmehr das Ergebnis von dem, was gerade in meinem Kopf los war.“

Karibik-Vibes statt Nörgeln in the City

Ihr Arbeitsweg – Nebenjob, dies, das – führt Lucy, die gerade in den Endzügen ihres Studiums „Audiovisuelle Medien“ an der Hochschule der Medien (HdM) ist (so habe sie zum Ton gefunden), immer am Feier-, äh Feuersee vorbei. Manchmal sei es schön, manchmal trist – „gerade eher so: Karibik“, sagt sie lachend.

Und so fing die 25-Jährige an, sich mit dem eigentlichen Löschteich zu befassen. „Klar, ich kann schon verstehen, wenn Leute den Feuersee nicht so feiern, mit dem Müll – das ist schon nasty (Englisch für eklig). Aber was mich daran stört, auch an so einer generellen Abneigung der Stadt gegenüber, ist, dass man nicht mal versucht, das Schöne daran zu sehen.“

Klar, dass Lucy auch auf dem Feuersee-Fest auftritt und ihre Hymne den Massen präsentiert. Am Samstag, 2.8., ab 22 Uhr geht’s rund mit „Voll auf die Fresse“-Rap-Techno – von 0 bis Abriss.

Was soll man da noch sagen zu unserem Happy Place, was nicht längst allen klar sein sollte. Der See kann, was viele Orte nicht können – einfach: good Vibes only, bis auf den Schwan, ihr wisst schon. Statt also nochmal 1000 Worte zu verlieren, puzzeln wir unseren geliebten Feuersee lieber aus 1000 Teilen zusammen. Danke Puzzle Kollektiv.

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