Songwriter Florian Ostertag Lieber Notzingen als Berlin

Von Katharina Sorg 

Länger als zwei Wochen am Stück war Ostertag in diesem Jahr nicht zu Hause in Notzingen, einer kleinen Gemeinde bei Kirchheim. Dort wohnt er in einer WG mit Freunden. Es zieht ihn nicht in die Musikmetropolen Berlin oder Hamburg. Er möge das Beschauliche, er schätze die Ruhe nach dem Tourtrubel, sagt Ostertag und verschüttet dabei den Großteil seines Tees.

Der Florian habe das Zeug dazu, den Sprung nach oben zu schaffen, sagt sein Freund Philipp Poisel, der inzwischen Tausende Platten verkauft, in ausverkauften Hallen spielt und für den diesjährigen Echo Award nominiert war. Der Musiker und Moderator Tex Drieschner, der mit seiner Sendung "TVNoir" jungen Songwritern eine Bühne bietet, ist der gleichen Meinung. Florian Ostertag war schon mehrmals zu Gast in der Sendung, die zunächst nur im Internet zu sehen war, inzwischen aber einen festen Sendeplatz beim Sender ZDFKultur hat. Unter all den jungen Männern, die momentan mit Gitarre und Liedern durch die Lande ziehen, sei Florian Ostertag einer der Besten, sagt Tex Drieschner. "Ich finde ihn ganz besonders."

Wurzeln auf der Schwäbischen Alb

Den Durchbruch schaffen nur wenige. Die Auswahl an Liedern für Fans und Plattenfirmen ist groß. Es gehört schon was dazu, sich herauszusingen aus der deutschen Songwritergarde, die gerade so wellenartig über das Musikgeschäft schwappt, dass man sich fragt: Wo kommen all die jungen Männer mit Gitarre her?

Aufgewachsen ist Florian Ostertag in einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb. Als Kind lernte er Klavier und Gitarre, doch seine Begeisterung für die Musik fing erst mit 15 Jahren an. "Bis dahin habe ich eigentlich nur TKKG und die drei Fragezeichen gehört", sagt er und lächelt.