Sonnenbergkirche Die Stiftung wieder ins Bewusstsein rücken

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Das Gemeindezentrum Sonnenberg soll unter den besonderen Schutz der Paragrafen 12 Denkmalschutzgesetz gestellt werden. Das Regierungspräsidium, die Stadtverwaltung und der Gemeinderat haben das befürwortet. Was noch fehlt, ist der Eintrag ins Denkmalbuch.

Das Gemeindezentrum soll unter besonderen Schutz gestellt werden. Foto: Alexandra Kratz
Das Gemeindezentrum soll unter besonderen Schutz gestellt werden. Foto: Alexandra Kratz

Sonnenberg – Die evangelische Kirchengemeinde Sonnenberg hat ein Ziel: ihre Kirche soll ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung werden. „Es ist ein wunderbar gestaltetes Ensemble, das einen Mittelpunkt im Leben der Menschen in unserem Stadtteil bildet“, sagt Pfarrer Johannes Bröckel. Darum soll es für die nachfolgenden Generationen erhalten werden. „Ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung würde einen zusätzlichen Anreiz schaffen, ein solches schönes Gebäude mit einem so hohen Nutzwert trotz schlechter Finanzen zu pflegen“, sagt Bröckel.

Schon seit mehreren Jahren ist die Sonnenbergkirche ein Kulturdenkmal nach Paragraf 2 des Denkmalschutzgesetzes. „Das bedeutet, dass schon jetzt alle Maßnahmen, die an den Gebäuden vorgenommen werden sollen, genehmigungspflichtig sind“, sagt Ellen Pietrus von der beim Stadtplanungsamt angesiedelten Unteren Denkmalschutzbehörde.

Wenn das Ensemble nun zusätzlich unter den besonderen Schutz des Paragrafen 12 gestellt werde, bedeute dies, dass in der unmittelbaren Umgebung nichts gebaut werden darf, was die Wirkung des Gemeindezentrums oder die Sicht auf selbiges beeinträchtigen könnte, ergänzt Pietrus. Das Ensemble würde dann als „besonders herausragendes und qualitätsvolles“ Bauwerk mit einem für die Nachwelt zu erhaltenden „exemplarischen und dokumentarischen Wert“ in das Denkmalbuch eingetragen werden.

Der Architekt Ernst Gisel

Doch der Weg dorthin ist lang. Die Sonnenbergkirche wurde in den 60er-Jahren nach den Plänen des Züricher Architekten Ernst Gisel gebaut und 1966 fertiggestellt. Ein Jahr später erhielt Gisel für sein Bauwerk den Paul-Bonatz-Preis. Seit 2010 ist es ein Kulturdenkmal. Die beim Regierungspräsidium (RP) angesiedelte Obere Denkmalschutzbehörde hat bereits vor einiger Zeit ein Gutachten vorgelegt und sich dafür ausgesprochen, das Ensemble in den Kreis der besonders schützenswerten Gebäude nach Paragraf 12 zu erheben.

Anschließend prüfte das Stadtplanungsamt den Antrag und beschied ihn positiv. Vor einiger Zeit stellte Ellen Pietrus das Ergebnis dem Umwelt- und Technikausschuss vor. Dieser nahm zustimmend Kenntnis. Nun liegt das Verfahren wieder beim RP. Denn die Behörde muss den entsprechenden Eintrag ins Denkmalbuch veranlassen. Dieser Schritt steht noch aus.

Um auf die Bedeutung der Kirche aufmerksam zu machen und in Zeiten sinkender Kirchensteuerzuweisungen vorzusorgen, hat die Gemeinde im Januar 2011 eine Stiftung ins Leben gerufen. Das Projekt war von Anfang an eine Erfolgsgeschichte. Denn der Kapitalstock betrug bereits bei der Gründung rund 200 000 Euro. In den vergangenen zwei Jahren sind noch einmal 50 000 Euro an Zustiftungen hinzugekommen. Das Ziel ist es, künftig alle notwendigen Sanierungsarbeiten aus den Erträgen der Stiftung finanzieren zu können. Dazu ist freilich ein doppelt oder sogar viermal so hoher Kapitalstock erforderlich.

„Licht – Farbe – Glaube“

Um die Stiftung wieder ins Bewusstsein zu rufen, ist für Anfang Mai eine Ausstellung unter der Überschrift „Licht – Farbe – Glaube“ geplant. Sie soll einen Einblick in das Lebenswerk des Künstlers Ferdinand Gehr geben. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern moderner sakraler Kunst in der Schweiz. Für die Sonnenbergkirche hat er in den 70er-Jahren eine Reihe von Wandteppichen, Antependien genannt, gestaltet.

Diese sowie weitere Werke religiösen Inhalts, aber auch Malereien, Grafiken und Blumenbilder werden in der Ausstellung zu sehen sein. Zudem werden Porträtfotografien der Schweizer Fotografin Franziska Messner-Rast gezeigt. Die Exposition wird von der Stiftung Gemeindezentrum Sonnenberg in Kooperation mit der Karin-Abt-Straubinger-Stiftung organisiert.

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