Anfang Dezember protestierten Schüler gegen die Verkehrssituation vor der Sophie-Scholl-Schule. Wie das Ordnungsamt reagiert und was mögliche Lösungen sind.
Es war ein Ruf nach Aufmerksamkeit der Behörden: Gespräche und Infobriefe bewirkten wenig gegen die teils chaotische Verkehrssituation vor der Sophie-Scholl-Schule. Deshalb initiierte die Schulleiterin Sarah Becker eine Protestaktion gegen sogenannte Elterntaxis.
Anfang Dezember stellten sich mehrere Dutzend Viertklässler noch vor Schulbeginn den ankommenden Autos in den Weg. Mit Plakaten und Sprechchören machten sie auf ihre Sorgen aufmerksam. Davon erhoffte sich die Schulleiterin eine Reaktion des Ordnungsamts – mit Erfolg.
Elterntaxis und verbotenes Parken: Ordnungsamt wird aktiv
„Noch am Nachmittag desselben Tages ging bei mir ein Anruf vom Ordnungsamt ein“, erzählt Becker. Wenig später schaute sich die Amtsleitung die Verkehrssituation vor Ort an – und sprach mit der Schulleiterin über die Probleme und Möglichkeiten.
Dabei sei auch das verbotene Parken vor der Schule ein großes Thema gewesen. Oft werde im Halteverbot oder in zweiter Reihe geparkt, zudem würden Gehwege blockiert, schildert Becker. Das gefährde die Kinder unnötig und raube Parkplätze für Anwohner.
Stadt verweist auf Pferdemarkt und langfristige Planung
Trotz der angespannten Lage sei sie mit Blick auf weitere Schritte auf die Zeit nach dem Pferdemarkt vertröstet worden. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt die Stadt Leonberg mit, dass das Ordnungsamt derzeit umfassend in die Vorbereitungen des Pferdemarkts eingebunden sei. Deshalb werde es vor der Veranstaltung noch kein umfassendes Lösungskonzept für die Verkehrssituation vor der Sophie-Scholl-Schule geben.
Zudem seien zur Verbesserung der Verkehrslage nicht allein ordnungsrechtliche Maßnahmen ausreichend. Zwar könne das Ordnungsamt Präsenz an der Schule zeigen und „direkt auf das Verkehrsverhalten der Eltern einwirken“.
Sophie-Scholl-Schule: weitere Protestaktion nicht ausgeschlossen
Nachhaltiger seien jedoch „zusätzliche bauliche Veränderungen“. Wie diese konkret aussehen könnten, stehe auch im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau des Bildungscampus Ezach und müssten entsprechend geplant werden.
Bis die Stadt weitere Schritte einleitet, überlegen sich die Lehrerinnen der vierten Klassen an der Sophie-Scholl-Schule, erneut eine Protestaktion zu organisieren – dieses Mal nach Schulschluss statt am Morgen.