Soul Snacks in Degerloch Happy End am Fernsehturm

Die Betreiber von Soul Snacks dürfen wieder Livemusik spielen. Daniela Merz und ihr Partner Sir Waldo Weathers, der Ex-Saxofonist von James Brown, freuen sich. Foto: Caroline Holowiecki
Die Betreiber von Soul Snacks dürfen wieder Livemusik spielen. Daniela Merz und ihr Partner Sir Waldo Weathers, der Ex-Saxofonist von James Brown, freuen sich. Foto: Caroline Holowiecki

Ob es die Proteste waren, die geholfen haben? Der Profimusiker Sir Waldo Weathers darf an seinem Imbiss in Stuttgart-Degerloch wieder auftreten. Schon am 29. Juli geht es los.

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Degerloch - Unterm Fernsehturm erklingt wieder Soul. Die Betreiber des Imbisses „Soul Snacks“ haben vom Ordnungsamt die Genehmigung erhalten, in diesem Jahr noch fünf Musikveranstaltungen auszurichten. Die kleine Bude auf der Waldau betreibt Sir Waldo Weathers mit seiner Lebensgefährtin Daniela Merz. Der US-Amerikaner blickt auf eine lange und erfolgreiche Musikkarriere zurück. 15 Jahre lang spielte der Saxofonist Seite an Seite mit James Brown, auch mit anderen Stars hat er gearbeitet. An diesem Donnerstag, 29. Juli, will er seinen Gästen zeigen, was er kann. Zwischen 18 und 22.30 Uhr wird er bei freiem Eintritt vor seinem Gastrobetrieb auftreten, und dies nicht allein. „Es kommen viele zauberhafte Stuttgarter Gäste“, kündigt Daniela Merz an. Nur einen Namen verrät sie: Auch Eric Gauthier wird Sir Waldo Weathers musikalisch bei der Jamsession unterstützen.

Stadt Stuttgart hat Auftritte am Imbiss untersagt

„Finally“, sagt Letzterer auf Nachfrage. Endlich. Zuletzt hatte die Stadt die Auftritte nämlich untersagt. Zum einen musste ein Zelt wieder aufgebaut werden, auch wurde aufs Beschallungsverbot im Außenbereich verwiesen, und da es um einen bau- und gaststättenrechtlich genehmigten Imbissbetrieb gehe und nicht um eine vollgastronomische Einrichtung, kämen auch keine Ausnahmen in Betracht.

Nun ist die Aussage aus dem Rathaus eine andere. „Nach verwaltungsinterner Rücksprache mit der Gaststättenbehörde und dem Baurechtsamt können in der Lokalität durch das Amt für öffentliche Ordnung bis zu fünf Musikveranstaltungen im Jahr zugelassen werden“, teilt die Sprecherin Nora Lenz-Gaspary mit. Diese würden als Einzelveranstaltungen genehmigt, ein entsprechendes Konzept liege vor, sei geprüft und freigegeben worden.

Stefan Kaufmann und Frank Nopper haben sich eingesetzt

Ob der öffentliche Protest geholfen hat? Gegen das Soul-Verbot hatten nämlich etliche Degerlocher getrommelt. Gut 1600 Unterschriften haben die Gastronomen nach eigenen Angaben gesammelt. Der Bezirksvorsteher Marco-Oliver Luz hat sich eingesetzt, im Bezirksbeirat hat sich ebenfalls Widerstand geregt. Laut Daniela Merz ist es letztlich dem Stuttgarter Bundestagsabgeordneten Stefan Kaufmann zu verdanken, dass Bewegung in die Sache gekommen ist. „Der hat sich bemüht“, sagt sie. Er habe sich zunächst vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und sei wenig später mit dem Oberbürgermeister Frank Nopper wiedergekehrt. Beide Politiker hätten sich eingesetzt. „Dann ging das ratzfatz“, sagt sie.

„Auch wenn die Vorgaben des Baurechts, der Außenbewirtschaftung und des Lärmschutzes kompliziert sind, so kann man mit gutem Willen immer eine zufriedenstellende Lösung finden“, teilt Frank Noppers Referent auf Nachfrage mit. Das Engagement des Oberbürgermeisters gehe darauf zurück, dass er „Soul Snacks“ nicht nur als Bereicherung für die Stadt empfinde, sondern stets darauf hinwirken wolle, dass eine bürgernahe Verwaltung pragmatische Lösungen in schwierigen Situationen finde. Daniela Merz und Sir Waldo Weathers sind jedenfalls erleichtert. „Wir sind super happy“, sagt sie und strahlt. Was jetzt noch mitspielen muss, ist das Wetter. Daniela Merz blickt bange in Richtung Himmel. „Ja, das ist das Einzige.“

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