Stadtkind Stuttgart

Soundcheck mit Grup Huub Das Leben, eine Polka

Von Björn Springorum 

„Vergesst Genres, vergesst Schubladen!“ Wer das von uns verlangt? Eine wilde Bande namens Grup Huub, die damit wohl auch sich selbst einiges ersparen will – und lieber freiherzig, freigeistig und freimütig zwischen Polka, Ska, Reggae und Rock plündert.

Volle Hütte, volle Kraft voraus: Grup Huub lieben die Bühne offensichtlich. Foto: Grup Huub 3 Bilder
Volle Hütte, volle Kraft voraus: Grup Huub lieben die Bühne offensichtlich. Foto: Grup Huub

Stuttgart - „Vergesst Genres, vergesst Schubladen!“ Wer das von uns verlangt? Eine wilde Bande namens Grup Huub, die damit wohl auch sich selbst einiges ersparen will. Man wäre sonst auch recht bald überfordert von dem Versuch, ihre Musik irgendwie zu kategorisieren. Ska? Durchaus ein wenig. Reggae? Ja, hier und da. Polka? Jau. Rock? Und wie! Ist ja im Grunde wirklich schnurzpiepegal. Es fetzt, wie man in den Achtzigern ganz treffend gesagt hat. Und das ist ja immer noch das Wichtigste.

Wie gemacht für heiße Sommertage, lange Nächte und die bittersüßen Erinnerungen an die verflossene Urlaubsliebe, umgarnen uns Grup Huub mit Musik, die direkt aus dem Herzen stammt, klingt wie frei von der Leber weg und keinesfalls auf den Magen steckt. Dreh- und Angelpunkt im leidenschaftlichen Sound der Band aus der Nähe von Kirchheim/Teck: Die Bläser. „Sie ergänzen die Rhythmus-Instrumente und bringen die Abwechslung“, weiß Sänger Linus. Klingt dröge, ufert auf Konzerten aber meist in eine zügellose Feierei aus. „Wir haben verdammt viel Spaß auf der Bühne! Das soll man uns auch anmerken, der Spaß soll außerdem aufs Publikum übergehen.“

Funktioniert soweit ganz gut, muss man sagen. Am kommenden Sonntag, den 18. Juni, kann man sich beim Play-Live-Finale im LKA mal wieder davon überzeugen. Dann geht’s an den Bläsern und Klampfen um alles, um Förderung, um einen Auftritt beim Southside Festival 2018. Ganz ehrlich: Würden gut dorthin passen, diese sechs.

Drei in drei Sekunden:

Lieblingsort zum Musik machen? Draußen

Größtes Vorbild aus Stuttgarter Musikszene?Heisskalt

Persönliche Lieblingsplatte? Unmöglich zu sagen! Daher kommt ja unser Stilmix.

Wie habt ihr euch gefunden?

Viier von uns hatten schon davor eine Band. Wir kannten uns aus der Schule oder aus dem Musikverein. Außerdem haben wir zwei Brüderpaare in der Band.

Wie ist die witzigste Anekdote aus eurer Bandgeschichte?

Wir haben unser Konzert für den CD-Release unserer ersten EP in einer Location für 180 Leute abgehalten. Wir organisierten einen Vorverkauf und hatten schon Angst, dass wenig Leute kommen und wir ordentlich draufzahlen. Am Ende des Vorverkaufs bemerkten wir, dass wir schon 190 Karten verkauft hatten. Damit hätten wir nie gerechnet. Es war wohl das engste Konzert bisher. Tja, und manchmal erzählt Paul einen Witz. Das ist auch ganz witzig.

Wie würdet ihr euren Stil in drei Worten beschreiben?

Schweiß, lebhaft, tanzbar.

Wo steht euer Proberaum?

Im Bohnauhaus in Kirchheim/Teck.

Wovon handelt euer Song „Goodnight Anna“?

„Goodnight Anna“ handelt vom Reisen. Darüber, dass man mit dem Reisen eine Zeitlang von seinen Problemen flüchten kann und die Welt mit anderen Augen sieht. Aber irgendwann kommt man wieder nach Hause – und irgendwie ist doch wieder alles wie vorher. Egal, ob man das will oder nicht.

Welcher Song einer Stuttgarter Band hat euch zuletzt beeindruckt?

Maeckes Gettin' Jiggy With It

Wo fand euer erstes Konzert in Stuttgart statt?

Im Universum im Rahmen von Refugees Welcome.

Wenn Stuttgart ein Song wäre, dann …

… wäre es ein Mix aus heißem Reggae, dreckiger Polka und Stehblues im Stau. Der Song müsste aber auch von jemandem mit einer richtig verrußten Stimme gesungen werden.

Was muss immer auf eurem Rider stehen?

Wir trinken gerne gutes und regionales Bier. Deshalb geben wir uns zum Beispiel bei unserem Auftritt auf dem Chiemsee Summer nicht mit Bier aus Bremen zufrieden! Dazu eine gute Mahlzeit und wir sind zufrieden.

Was geschieht mit euch, wenn ihr Play Live gewinnt?

Wenn wir das wüssten! Auf jeden Fall wäre es eine krasse Motivation, weiterzumachen und noch mehr Zeit ins Musikmachen zu stecken.

Was passiert bei euch als nächstes?

Wir spielen erst mal den Konzertsommer durch. Im Herbst wollen wir uns um unser erstes Album kümmern und dafür wieder neue Lieder schreiben. Außerdem sind wir dabei, unseren Merchandise-Stand ein bisschen zu erweitern und arbeiten an lauter coolem Zeug.

Und so klingt Grup Huub:

 

Grup Huub spielen am Sonntag, den 18. Juni 2017, bei Play Live im LKA/Longhorn.