Berühmte Bands auf den Bühnen - Bier und Tanz im Publikum: Zehntausende Musikfans haben am Wochenende beim Southside-Festival gefeiert. Die Mischung aus Zeltlager und Dauer-Musikschleife findet immer mehr Anhänger.
Neuhausen ob Eck - Mehr als 90 Bands und super Stimmung: Rund 55.000 Musikfans haben am Wochenende beim „Southside“-Festival den ehemaligen Militärflugplatz bei Neuhausen ob Eck (Landkreis Tuttlingen) in eine riesige Freiluft-Party verwandelt. „Die Stimmung ist richtig gut“, sagte eine Sprecherin am Sonntag. „Das Wetter ist toll und die Leute haben eine Menge Spaß.“ Zwischenfälle habe es bis zum Sonntagnachmittag nicht gegeben.
Ein paar Optimisten hatten noch bis zuletzt versucht, Karten für das seit Wochen ausverkaufte Festival zu bekommen: „Suche Ticket“, stand auf manchem Zettel vor dem Eingang. „Biete Bier dafür“ auf einem anderen.
Strahlender Sonnenschein am Samstag und hochkarätige Bands am Sonntag hatten die Musikfans zu dem dreitägigen Festival gelockt. Die ersten Konzerte begannen bereits am Freitagnachmittag - und schon bei den für viele weniger bekannten Gruppen wie Thees Uhlmann & Band oder Mad Caddies wurde kräftig getanzt und mitgesungen. Später standen dann als Highlights die Ärzte, The Cure, Blink-182, Jennifer Rostock und die Sportfreunde Stiller auf dem Programm. Insgesamt waren es 96 Gruppen. „Die Stimmung ist echt geil“, sagte ein Fan.
Viele nutzten das meist schöne Wetter auch, um sich auf den Wiesen neben und vor den Bühnen hinzusetzen, etwas zu essen oder einfach nur das Geschehen zu verfolgen. Ein Festivalbesucher verteilte „Free Hugs“, zu deutsch freie Umarmungen - und fast jeder der um ihn Stehenden ging gern darauf ein.
Nach den Partys wurde weitergefeiert
Und wenn sich die Partys auf den Bühnen abends dem Ende entgegen neigten, dann wurde nebenan in den Zeltstädten weitergefeiert: Die meisten Besucher bleiben das ganze Wochenende über auf dem Gelände, ihre Zelte erstrecken sich über Hunderte von Metern.
Das „Southside“ ist eines der größten Festivals für Rock, Independent und Alternative. Der Aufwand dafür war enorm. 30 Kilometer Stromleitungen wurden verlegt, 13,6 Kilometer Bauzaun aufgestellt, 90 000 Müllsäcke gefüllt.
Die Polizei sprach von einem ruhigen Wochenende. „Von kleineren Vorkommnissen - beispielsweise Diebstählen - abgesehen, ist alles sehr friedlich geblieben“, sagte ein Sprecher.
Die Gäste beim „Southside“-Festival waren übrigens nicht die einzigen, die am Wochenende Party machten. Am anderen Ende der Republik, 750 Kilometer entfernt waren im norddeutschen Scheeßel Zehntausende zum Festivals „Hurricane“ gekommen - dort allerdings bei grauem Regenwetter.