Soziale Stadt in Münster Die Soziale Stadt erweitert das Spektrum

Von Georg Linsenmann 

Der Stadtbezirk wird in das Bund-Länderprogramm aufgenommen.

Der Stadtbezirk hat gute Chancen, sich städtebaulich aufzuwerten. Foto: Georg Linsenmann
Der Stadtbezirk hat gute Chancen, sich städtebaulich aufzuwerten. Foto: Georg Linsenmann

Münster - Dieser Bescheid aus dem Regierungspräsidium war auch für Bezirksvorsteherin Renate Polinski eine Überraschung. Schließlich war der ursprüngliche Plan gewesen, schlicht die Ortsmitte als „Sanierungsgebiet“ auszuweisen. Und dafür hatten bereits zwei Veranstaltungen mit großer Beteiligung der Bürgerschaft stattgefunden. Zudem war dem Bezirksbeirat der Ergebnisbericht der „vorbereitenden Untersuchung“ vorgelegt worden, der dann auch die Grundlage für den Förderantrag bildete: „Ich freue mich einfach, dass wir eine Förderung erhalten. Das bringt uns als Stadtbezirk voran,“ sagte Polinski nun auf Nachfrage unserer Zeitung: „Ein Plus ist sicher die erweiterte Bürgerbeteiligung. Außerdem gehe ich davon aus, dass bereits benannte Projekte wie der Steg nach Cannstatt auf der Agenda bleiben.“

Das sieht auch Dominika Pawliczek vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung so. Sie wird das Projekt in Münster betreuen: „Im Förderantrag waren ja die im Rahmen der vorbereitenden Untersuchung in den Blick genommenen Projekte definiert. Das bleibt die Basis. Es hat einfach mit vielen Aspekten der Sozialen Stadt zusammengepasst. Damit haben wir jetzt die Chance, die städtebauliche Aufwertung des Bezirks mit der Stärkung der Strukturen im Quartier zu verbinden. Ich glaube, das wird für Münster ein richtig gutes Programm.“

Bürgerbeteiligung soll erweitert werden

Dass statt der beantragten 11,24 Millionen Euro vom Regierungspräsidium nur ein Förderrahmen von 1,8 Millionen Euro bewilligt wurde, wobei allein für den Steg nach Hallschlag 1,5 Millionen angesetzt waren, sei „nur auf den ersten Blick“ ein Problem. Denn zum einen werde der Betrag von der Stadt auf drei Millionen aufgestockt: „Und damit können wir anfangen.“ Zum anderen sei sie „zuversichtlich, dass das über die Jahre aufgestockt wird. Diese Vorgehensweise macht Sinn, und der Bedarf ist ja da“. Darüber hinaus eröffne die Soziale Stadt die Chance, „auch über Partnerprogramme weitere Mittel zu generieren“. Das sei einer der Vorteile einer Sanierung qua Soziale Stadt.

Ein ganz wesentlicher Baustein sei aber auch „die qualitative Erweiterung der Bürgerbeteiligung“, die außerdem von einem eigens zu installierenden Stadtteilmanagement organisiert wird: „Die offene Bürgerbeteiligung legt ja nicht nur die Basis und die Priorität der Projekte fest, sondern begleitet mit den diversen Projektgruppen aktiv die Umsetzungen.“

Die Sanierungssatzung soll nach der Sommerpause in den Gemeinderat

Pawliczek ist zuversichtlich, dass dafür das nötige ehrenamtliche Engagement geweckt werden kann: „Münster ist da ja sowieso schon sehr rege, hat viele aktive und interessierte Bürger. Das hat sich zuletzt auch beim überragenden Ergebnis bei der Aktion ,Let’s putz’ gezeigt, wo Münster Stadtsieger war.“ Im Übrigen gelte: „Je aktiver die Bürger sind, umso besser ist das für die Sache insgesamt. Eine gute Beteiligung kann den Dingen Relevanz und Gewicht verschaffen.“

Dominika Pawliczek glaubt auch nicht, dass es durch die nun anders strukturierte Förderung qua Sozialer Stadt zu einer zeitlichen Verzögerung kommen werde: „Ich schreibe jetzt die Sanierungssatzung, die nach der Sommerpause in den Gemeinderat kommt. Parallel läuft die Ausschreibung fürs Stadtteil-Management. Ich gehe davon aus, dass wir noch in diesem Jahr mit der Bürgerbeteiligung durchstarten können“, so die Stadtplanerin.

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