Soziale Stadt Rot Viel Licht und ein bisschen Schatten

Von Bernd Zeyer 

Vor 15 Jahren begann das Förderprogramm Soziale Stadt Rot, insgesamt 10,81 Millionen Euro flossen in die verschiedenen Projekte. Nun wird die Sanierungssatzung formell aufgehoben.

Eines der Vorzeigeprojekte der Sozialen Stadt Rot ist das Bürgerhaus an der Auricher Straße. Es wurde im Mai 2007 offiziell eingeweiht. Foto: Bernd Zeyer
Eines der Vorzeigeprojekte der Sozialen Stadt Rot ist das Bürgerhaus an der Auricher Straße. Es wurde im Mai 2007 offiziell eingeweiht. Foto: Bernd Zeyer

Zuffenhausen - Jetzt ist es auch amtlich: Nachdem das letzte Projekt bereits vor gut zwei Jahren abgeschlossen worden war, endet das Bund-Länder-Förderprogramm Soziale Stadt Rot nun ganz formell. In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats stellte Dominika Pawliczek-Lauer vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung den Räten den Aufhebungsbeschluss der Sanierungssatzung vor, dem diese einstimmig ihr Plazet erteilten. Aus Reihen der Lokalpolitiker überwogen positive Worte, es gab aber auch Kritik.

10,81 Millionen Euro sind seit 2003 in das Programm geflossen. 60 Prozent davon, also rund 6,5 Millionen Euro, haben Bund und Land beigesteuert. Die Liste der Projekte ist lang und relativ breit gefächert: Die Bolzplätze an der Fleiner Straße, im Tapachtal und auf dem Areal Pliensäcker wurden saniert, mit dem Hans-Scharoun-Platz gibt es ein neues Ortszentrum, mit dem Bürgerhaus einen Treffpunkt für Menschen jeden Alters und aus verschiedenen Kulturen. Die Via Romana, der Löwensteiner Platz samt der dortigen Kindertagesstätte sowie der Tapachkreisel sind weitere Projekte des Förderprogramms, die Liste ließe sich weiter fortführen.

„In Rot hat sich viel zum Positiven verändert“

„In Rot hat sich viel zum Positiven verändert“, sagte Pawliczek-Lauer. Die gesteckten Ziele (unter anderem ein multifunktionales Bürgerhaus, die Sicherung und der Erhalt der Versorgung, die Schaffung weiterer Verkaufsflächen, die Modernisierung von Bolz- und Spielplätzen, bessere Fußwege) seien im Wesentlichen erreicht worden. Dieser Einschätzung folgten die Bezirksbeiräte im Großen und Ganzen, gossen aber auch etwas Wasser in den Wein. „Der Hans-Scharoun-Platz macht uns große Sorgen“, sagte CDU-Fraktionssprecher Hartmut Brauswetter. Vermüllung, Vandalismus und Leerstände böten einen „trostlosen Anblick“. Alexander Mak von der SPD merkte an, dass die Geräte auf dem Spielplatz in der Rotweganlage abgebaut und nicht wieder ersetzt worden seien, der defekte Brunnen in der Rotweganlage nicht repariert werde und die sanierten Bolzplätze oftmals geschlossen bleiben würden. Susanne Bödecker aus der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-Plus kritisierte die Leerstände in den Ladenzeilen der Haldenrain- und der Tapachstraße. Karlheinz Schmid von der FDP sagte, als kommunales Programm sei die Soziale Stadt sehr wirkungsvoll, die wirtschaftliche Situation hingegen befinde sich im Niedergang.

Sowohl Bezirksvorsteher Gerhard Hanus als auch Dominika Pawliczek-Lauer gingen auf die Kritik ein. Hanus erläuterte, dass es Gewerbe und Gastronomie schlecht gehe sei kein spezifisches Problem in Rot. Und um die Sauberkeit des Hans-Scharoun-Platzes zu verbessern, sei dieser ein Schwerpunkt der Reinigungsteams der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Pawliczek-Lauer räumte ein, dass der Stadt vielerorts Geld für die Instandhaltung fehle, was sich eben auch auf den Stadtteil Rot auswirke. Ebenso wie der Bezirksvorsteher betonte sie, dass mit der förmlichen Aufhebung der Sanierungssatzung keinesfalls der Endpunkt in der Entwicklung gekommen sei. Vielmehr gelte es, dass der begonnene Prozess vor allem durch den Bürgerverein verstetigt werden solle und man sich seitens der Stadtverwaltung auch künftig mit den Problemen in Rot beschäftigen werde.

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