Mehr als 13 000 Euro haben Christiane I. und Martin I., das närrische Prinzenpaar in Neuhausen, während der Fasnetskampagne für das Kinderhospiz in Stuttgart gesammelt. Ihr Einsatz kam bei närrischen Events im ganzen Land gut an.
Mit Tränen in den Augen haben Martin I. und Christiane I., das Prinzenpaar des Narrenbunds Neuhausen, die Fasnet im Saalbau beerdigt. Bei dem turbulenten Spektakel der Narren überreichten sie Christina Semrau vom Kinderhospiz in Stuttgart symbolisch einen Scheck über mehr als 13 000 Euro. „Uns war es ein Anliegen, dass wir unsere prominente Rolle als Prinzenpaar für den guten Zweck nutzen“, sagt Christiane Weigmann. Dass so viel Geld in die Spendenkasse geflossen ist, hat auch sie überrascht.
Seit dem 11. November 2024 trugen Weigmann und ihr Partner Martin Pflüger das Ornat des närrischen Adels. Auf Umzügen waren sie ebenso dabei wie bei Fasnetsfeiern im ganzen Land. Das Spendenhäuschen des Kinderhospizes war immer dabei. Die zwei ließen sich einiges einfallen, um ein Herzensprojekt zu unterstützen. Bei der Fasnetsbeerdigung nahm Christina Semrau, die sich beim Kinderhospiz um das Fundraising kümmert, den Scheck entgegen. Die närrischen Tollitäten hatten sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 11 111 Euro sollten mindestens in die Spendenkasse fließen. Das haben die zwei bei Weitem übertroffen.
„Mit diesen Geldern unterstützen wir Eltern, die in den letzten Tagen und Stunden bei ihren sterbenden Kindern sein möchten“, sagt Semrau. Denn die Krankenkassen übernähmen zwar die Kosten für die Versorgung der Kinder im Hospiz. Die Kosten für Mütter und Väter seien damit aber nicht abgedeckt. Auch die Geschwister der sterbenden Jungen und Mädchen hat das Team des Kinderhospizes im Blick. „Viele von ihnen fühlen sich vernachlässigt oder hilflos, mit dem nahen Tod der Geschwister umzugehen“, sagt Semrau. Damit diese Kinder nicht in eine Depression fallen, arbeitet das Kinderhospiz auch präventiv. „Für solche Projekte sind wir auf Spenden angewiesen.“ Das Stuttgarter Kinderhospiz ist derzeit nach Semraus Worten die einzige Einrichtung in Baden-Württemberg, die sich gezielt um sterbende Kinder und ihre Familien kümmert. Versuche, weitere vergleichbare Einrichtungen zu etablieren, scheiterten oft am Geld.
Jede Woche kamen die Botschafterin für das Kinderhospiz oder ihre Kollegen nach Neuhausen, um das Spendenhäuschen des sozial engagierten Prinzenpaares abzuholen. „Sie haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagte Semrau bei der Spendenübergabe. Christiane I. und Martin I. schafften es, das närrische Volk überall für ihr soziales Projekt zu begeistern. Mit ihrem professionell gestalteten Instagram-Auftritt begeisterte Weigmann Jung und Alt. Handball-Fan Martin Pflüger warb bei einem Heimspiel des Bundesligisten Frisch Auf Göppingen für die gute Sache.
„Die Kinder liegen uns am Herzen“
„Die Kinder liegen uns einfach am Herzen“, sagt Martin Pflüger. Wie ernst er und seine Partnerin das nehmen, war beim Kinderumzug zu erleben. Da setzten die zwei auf dem Elferratswagen nicht nur das Neuhausener Kinderprinzenpaar Mariella I. und Felix I. wirkungsvoll in Szene. Bei der Kinderfasnet auf dem Schlossplatz hatten sie bei strahlendem Sonnenschein mit den Jungs und Mädchen Spaß. Dass die Kampagne so viele Menschen ins Herz traf, freut Christina Semrau. Im Kinderhospiz habe es auch kritische Stimmen gegeben, die sich nicht vorstellen konnten, dass das fröhliche Fasnetstreiben mit der Hospizarbeit vereinbar sei. Das sieht die Botschafterin anders: „Feiern und Gutes tun“ passt für sie wunderbar zusammen. Dass das diesjährige Prinzenpaar mit so viel Einsatz für die soziale Einrichtung dabei war, freute auch Narrenpräsident Ronald Witt. Viel positive Resonanz gab es von den Neuhausener Narren. Eine Hästrägerin brachte es auf den Punkt: „Das sollte Schule machen.“