Soziales Engagement im Stuttgarter Norden Im Urlaub auf Sizilien Zigarettenkippen und Plastikmüll sammeln

Von Eva Funke 

Issam Abdel Karim, Stuttgarter des Jahres 2017, setzt sich jetzt für eine saubere Umwelt ein. Das Motto des 49-Jährigen: „einfach machen“ und andere dadurch zum Mitmachen motivieren.

Issam Abdel Karim engagiert sich außer für Flüchtlinge auch für eine saubere Umwelt. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky
Issam Abdel Karim engagiert sich außer für Flüchtlinge auch für eine saubere Umwelt. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Stuttgart-Nord - Statt rot ist das Bistro an der Ecke Am Kochenhof / Stresemannstraße jetzt blau. „Babyblau“, sagt Issam Abdel Karim. Der Farbwechsel hat seinen Grund: Neben seinem Engagement für Flüchtlinge engagiert sich der 49-Jährige jetzt auch für eine saubere Umwelt und will das durch einen blauen Fassadenanstrich signalisieren. Und neu ist auch das Konzept des Bistros: Es gibt keine Speisen mehr, dafür Kaffee in allen Variationen sowie alkoholische und nicht alkoholische Getränke plus einen Catering-Service. Außerdem sind Ausstellungen geplant. Mit der Neueröffnung dauert es noch bis Anfang 2020.

Über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel ist Karim in seiner neuen Mission unterwegs. Er urlaubt in Sizilien bei der Familie seiner Frau – und sammelt dort Plastikmüll und Zigarettenkippen. Beim Müll sammeln konnte man Karim aber auch schon während seiner Aufenthalte in Jordanien, dem Libanon oder Israel und in Stuttgart sehen. Für sein Engagement hat er seine babyblaue „Schwalbe“, einen DDR-Motorroller, so umgerüstet, dass er Müllzangen und Säcke transportieren kann.

Karims Motto: „einfach machen“

„Einfach machen“, das ist das Motto des 49-Jährigen, der 2017 als Stuttgarter des Jahres ausgezeichnet worden ist. „Meine Aktionen haben immer auch mit Begegnung zu tun“, sagt Karim. Der Grund: Die Leute bleiben stehen und fragen ihn, was er mache. Und dann erklärt er, dass jeder mithelfen kann, die Umwelt zu retten, auch wenn er nur vor seiner Haustür gegen die Vermüllung kämpft. Seine Aktionen dauern jeweils etwa eine Woche. Und er ist überzeugt, dass er durch sein Vorbild viele Menschen anregt, es ihm nachzumachen oder mindestens über das Thema Müllvermeidung nachzudenken.

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