Alle zwei Jahre verleiht die Stadt Böblingen besonders Engagierten den Sozialpreis. Jetzt ist entschieden, wer in diesem Jahr ausgezeichnet wird.
Nun steht fest, wer den Sozialpreis der Stadt Böblingen 2025 erhält. In drei Kategorien waren Bewerbungen im Mai 2025 möglich gewesen, 22 Bewerbungen seien eingegangen, berichtet die Stadt Böblingen nun in einer Pressemitteilung. Ausgezeichnet werden drei Einzelpersonen, ein Verein und ein Unternehmen.
Die Preise in der Kategorie „Einzelperson“ gehen an Hannelore Andrae, Inge Ruthardt und Renate Ambros für ihr Engagement im Stadtteiltreff „Café Emil“ beziehungsweise für den Aufbau und die Leitung der Verlässlichen Ganztagsbetreuung in der Justinus-Kerner-Grundschule.
Was das Café Emil ausmacht
Seit 1997 gibt es den Stadtteiltreff „Café Emil“ im Stadtteilzentrum Diezenhalde als Treffpunkt, in dem sich Menschen zum Kaffeetrinken, Mittagessen, Spielen oder Reden treffen können. Es werden auch Eltern-Kind-Treffen, Sprachkurse und Literaturtreffen angeboten. Hannelore Andrae engagiert sich dort seit 1998, Inge Ruthardt seit 2005. Beide sind mittlerweile über 80 Jahre alt.
Sie haben in all den Jahren als städtische Ehrenamtliche unzählige „Dienste“ übernommen und verschiedene Angebote vorbereitet und durchgeführt. „Mit ihrem Wirken haben beide im großen Umfang zur Stärkung der Quartiersarbeit und des sozialen Zusammenhalts, zur Teamarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen und der Beständigkeit der Angebote beigetragen“, schreibt die Stadt Böblingen in ihrer Mitteilung.
Mehr als nur bloße „Aufbewahrung“
Renate Ambros dagegen hat die Ganztagsbetreuung in der Justinus-Kerner-Grundschule mit aus der Wiege gehoben und sich bis 2024 dort engagiert. „Frau Ambros hat die Ganztagsbetreuung von einer einfachen „Obhut“ von vier Kindern zu einer funktionierenden, pädagogisch wertvollen Ganztagesbetreuung mit 80 Kindern geführt“, schreibt die Stadt weiter. „Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten lag ihr am Herzen und funktionierte vorbildlich. Sie hatte hierbei stets das Wohl der Kinder und Eltern im Blick und hat für die Stadt Böblingen über Jahre einen professionellen Job im Ehrenamt geleistet.“
Durch ihr Engagement in der Betreuungsarbeit habe Renate Ambros einen wichtigen Beitrag zu Bildung und Teilhabe, zur Schulkarriere der Kinder, zur Entlastung der Eltern und zur Stärkung der Familien- und Kinderfreundlichkeit geleistet.
Naturerfahrungen für Kinder bei den Pfadfindern
In der Kategorie „Verein, Organisation und Projekt etc.“ wird die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) Stamm Böblingen ausgezeichnet. Der Stamm Böblingen leiste seit 45 Jahren einen besonderen Beitrag zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen, zur Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein und zur Stärkung von Kinderfreundlichkeit in Böblingen. Die Angebote förderten soziale, körperliche und geistige Kompetenzen und den Umgang mit Natur und Umwelt, begründet die Stadt Böblingen ihre Entscheidung für die Vergabe des Sozialpreises in dieser Kategorie.
Stiftungen der Kreissparkasse
In der Kategorie Unternehmen schließlich erhält die Kreissparkasse Böblingen den Sozialpreis 2025. Bereits vor über 38 Jahren seien mehrere Stiftungen ins Leben gerufen worden – die Kulturstiftung sei 1987 gegründet worden gefolgt von der Sozialstiftung 2004. Mit der seit 2014 bestehenden Kundenstiftung habe die Kreissparkasse außerdem ein besonderes Angebot geschaffen, so die Stadt. Nach dem Motto „Stiftung leicht gemacht“ könnten interessierte Personen auf einfache Weise eine eigene Stiftung unter dem Dach der Kreissparkasse gründen.
Die Stiftungen der Kreissparkasse würden häufig dort einspringen, wo kommunale Strukturen an ihre Grenzen stießen, die Verantwortlichen jedoch einen sozial relevanten Handlungsbedarf sähen. Dies geschehe in der Regel schnell, zuverlässig, unbürokratisch und auch großzügig. Auch in Zeiten knapper Kassen und schwieriger Situationen auch für Banken sei auf die Stiftungen Verlass, schreibt die Stadt.
Preisverleihung im März
Die Stadt Böblingen vergibt den Sozialpreis seit 2001 alle zwei Jahre – in diesem Jahr folglich zum 13. Mal. Er soll dazu dienen, das Bewusstsein und das Interesse für bürgerschaftliche Beteiligung zu stärken, und auf die vielfältigen Angebote von Vereinen, Kirchen und Organisationen aufmerksam machen.
Die Preisträger erhalten eine Trophäe, eine Urkunde und Sachpreise im Rahmen einer Preisverleihung am Dienstag, 24. März, um 19 Uhr in der Aula am Murkenbach.