Anzeige Theaterhaus Stuttgart Jazz-Legenden- und Newcomer bei den Jazztagen 2020

Von Bianca Feddersen 

Jedes Jahr zu Ostern präsentiert das Theaterhaus Stuttgart seine Jazztage. Dabei treffen Jazzlegenden, Newcomer und neue, unkonventionelle Cross-Over-Produktionen aufeinander. Die 33. Theaterhaus Jazztage finden vom 9. bis 13. April 2020 statt. Wir blicken voraus.

Die drei Künstler von Netzer haben sich elektronische Musik auf die Fahne geschrieben. Ihre Jazz-Klänge vereinen sie am 9. April bei den Theaterhaus Jazztagen 2020 mit zeitgenössischer DJ-Kultur.  Foto: JL Diehl
Die drei Künstler von Netzer haben sich elektronische Musik auf die Fahne geschrieben. Ihre Jazz-Klänge vereinen sie am 9. April bei den Theaterhaus Jazztagen 2020 mit zeitgenössischer DJ-Kultur. Foto: JL Diehl

Tradition und Experimente: Mit diesen beiden Begriffen lassen sich die Theaterhaus Jazztage wohl am besten beschreiben. Denn wo sonst trifft das Who is Who des Jazz auf vielversprechende Newcomer und neu komponierte Ideen wie Jazz und Filmmusik, Jazz und Afrobeat oder Jazz und Flamenco – so geschehen im vergangenen Jahr. Und auch 2020 gehen Ideen für unkonventionelle Formate und Raum für vielversprechende Künstler nicht aus.

Allen voran das Konzert des Jazz-Trio Netzer und der Schweizer Formation Hildegard lernt fliegen. Die drei Künstler von Netzer, Fanta-4 Gitarrist Markus Birkle, Mr. Bodenseh (Kontrabass und Moog) und Schlagzeugliebhaber Oli Rubow, haben sich elektronische Musik auf die Fahne geschrieben. Ihre Jazz-Klänge vereinen sie mit zeitgenössischer DJ-Kultur. Das Sextett Hildegard lernt fliegen tourte mit seiner Mischung aus Jazzrock und Oper schon durch halb Europa, Russland und China. Am 9. April stehen sie mit Netzer auf der Theaterhaus-Bühne.

Eine Synthese von Text und Musik

Einen doppelten Duo-Abend gibt es mit Landgren & Lundgren und Danielsson & Fresu. Der Posaunist und Sänger Nils Landgren und der Pianist Jan Lundgren lassen schwedische Volksmusik mit afro-amerikanischer Musik verschmelzen. Lars Danielsson und Paolo Fresu lassen den Bass und das Cello auf die Trompete los. Die je vertraute musikalische Zweisamkeit der beiden Duos strahlt Ruhe und Gelassenheit für die Zuhörer am 10. April aus.

Ebenfalls am 10. April steht das Trio Edi Nulz auf dem Programm. Und da drei talentierte und experimentierfreudige Künstler nicht genug sind, bekommt die Gruppe noch Unterstützung von Schauspielerin Adele Neuhauser. Mit ihrer musikalischen Lesung „Die letzten ihrer Art“ waren die Tatort-Kommissarin und die „Rockband ohne Bass“ schon mal im Theaterhaus zu Gast. Bei den Jazztagen lassen sie erneut Text und Musik ineinander übergehen. Das tun ihnen auch Schauspieler und ehemaliger „Nikola“-Chefarzt Walter Sittler, Sängerin Katrin Avison und Pianist Tizian Jost gleich. In „Apfelblüten bei Nacht“ trifft Jazz auf Chanson, Kästner auf Rilke und lyrische Eigenkompositionen auf bekannte Melodien.

Musikalische Emanzipation und das dritte Dance-Jazz-Fusion

Geballte Frauenpower und einen globalen Sound kann man am 11. April mit Yilian Cañizares und Sona Jobarteh gemeinsam mit ihren Bands erleben. Letztere steht für musikalische Emanzipation. Jobarteh spielt die Kora, ein westafrikanisches Harfeninstrument mit 21 Saiten, das traditionell von Männern gespielt wird. Diese veraltete Regel hat sie hinter sich gelassen und steht mit dem Instrument nicht nur auf der Bühne, sondern beweist ihr Können darauf auch als Frontfrau ihrer eignen Band. Die kubanisch-schweizerische Musikerin Yilian Cañizares beherrscht nicht nur das Spiel auf der Geige, mit Einflüssen aus kubanischer und klassischer Musik, sondern singt auch gleichzeitig dazu – auf Spanisch, Yoruba und Französisch.

An gleich zwei Abenden, am 12. und 13. April, steht die dritte Dance-Jazz-Fusion auf dem Programm. Für die musikalische Unterhaltung sorgt dabei das Ferenc und Magnus Mehl Quartett. Das Quartett mit den Brüdern Ferenc und Magnus Mehl tourt regelmäßig in Deutschland und auf internationalen Festivals – Magnus ist BW Jazzpreisträger. Die Choreographie stammt von Roman Novitzky, Solist beim Stuttgarter Ballett. Zum fulminanten Finale am 13. April bitten die Luzerner Band Schnellertollermeier und Jazzsaxophonist Daniel Erdmann.

Info: 33. Theaterhaus Jazztage 2020, 9. Bis 13. April, Theaterhaus Stuttgart, Tickets unter 07 11 / 402 07 20, www.theaterhaus.com