Spaniens König Juan Carlos muss ins Exil Denkmalsturz
Spaniens König Felipe tut sich keinen Gefallen damit, seinen Vater Juan Carlos ins Exil zu schicken, kommentiert Martin Dahms.
Spaniens König Felipe tut sich keinen Gefallen damit, seinen Vater Juan Carlos ins Exil zu schicken, kommentiert Martin Dahms.
Madrid - Juan Carlos de Borbón ist im Exil geboren und wird wahrscheinlich im Exil sterben. In der Zwischenzeit machte er eine Karriere als der Mann, der Spanien die Demokratie brachte – wem das eine Nummer zu groß ist: der einen wesentlichen Beitrag zum Übergang Spaniens in die Demokratie und dessen Verteidigung gegen rechte Putschisten leistete. Das zählt heute alles nicht. Juan Carlos ist aus dem Land gejagt worden, weil er dunkle Konten führte mit Geld aus ungeklärter Herkunft. Der alte König ist keiner Straftat überführt, auch nicht angeklagt, er wird noch nicht einmal als Beschuldigter geführt – weder von der Schweizer noch von der spanischen Justiz. In den zwei Jahre andauernden Ermittlungen hat der Genfer Staatsanwalt keine Klage gegen ihn zusammenbekommen.
Dennoch: Juan Carlos ist schuldig, korrupt, eine Skandalfigur. Vielleicht stimmt das sogar alles. Nachweisen kann man es ihm nicht. Doch die Lust am Denkmalsturz ist überwältigend. König Felipe VI. hat sich keinen Gefallen damit getan, seinen Vater ins Exil zu schicken. Es ist ein Zeichen der Schwäche. Medien und populistische Politiker müssen nur genug Lärm machen, um die Monarchie in die Knie zu zwingen. Das ist die Lehre dieser Tage.