Die spanische Region Katalonien verbietet den Stierkampf. In Barcelona wird die letzte Arena demnächst geschlossen.
28.07.2010 - 15:01 Uhr
Die letzte noch verbliebene Stierkampfarena in Barcelona wird geschlossen. Dort fanden 15 Kämpfe pro Jahr statt, die Arena war selten ausverkauft. Ein Sprecher der gemäßigten Partei Konvergenz und Union (CiU), Josep Rull, hatte vor der Abstimmung gesagt, ein Nein zum Stierkampf zeuge nicht von einer antispanischen Gesinnung, wie Befürworter gerne unterstellten. Er verwies auf das englische Fuchsjagd-Verbot: "Wurde damit etwa englischen, britischen und schottischen Traditionen eine Absage erteilt? Wohl kaum."
Tierschützer hoffen, dass auch andere spanische Regionen nachziehen werden. Als erste Region hatten die Kanarischen Inseln 1991 den Stierkampf verboten. Die Zahl der Kämpfe ist in ganz Spanien in den vergangenen Jahren auf rund 1.000 pro Saison gesunken. Grund dafür sind auch geringere Steuereinnahmen, die örtliche Regierungen dazu veranlassen, die Subventionen für Stierkämpfe in Kleinstädten zu kürzen. Stattdessen müssen die Stadträte Geld in Schulen, soziale Programme und Straßenausbesserungen investieren.