Die Sparkasse Ulm hat sich am Dienstag erstmals zu der Frage geäußert, wie viele ihrer Kunden noch an dem hochverzinslichen Sparprodukt „Scala“ festhalten. Laut einem Sprecher, stellt sich nur jeder siebte Bankkunde gegen das neue Angebot.
Ulm - Die Sparkasse Ulm hat sich am Dienstag erstmals zu der Frage geäußert, wie viele ihrer Kunden noch an dem hochverzinslichen Sparprodukt „Scala“ festhalten. Am 15. Dezember war eine Frist der Bank abgelaufen, zu der Scala-Kunden noch in alternative, schwächer verzinste Sparprodukte hätten wechseln können. Lediglich 4000 Scala-Verträge gebe es nach Ablauf der Frist noch, sagte ein Banksprecher der Nachrichtenagentur dpa. 28 000 Verträge habe es ursprünglich gegeben. Nur jeder siebte Bankkunde, so die Schlussfolgerung, stellte sich demnach gegen das Bankenangebot.
Noch am Donnerstag vergangener Woche hatte der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner am Rand eines Termins vor Journalisten von 7000 verbliebenen Scala-Verträgen gesprochen. Auf Nachfrage äußerte sich ein Bankensprecher zu den verschieden lautenden Aussagen. So beziehe sich die Gesamtzahl von 28 000 Scala-Verträgen auf das Jahr 2005, dem Jahr, als die Sparkasse die Vermarktung des Sparprodukts einstellte.
Sparkasse sieht keinen Handlungsbedarf
Anfang 2013 habe es bereits nur noch 21 500 Verträge gegeben. Davon seien bis zum 15. Dezember „im Rahmen von ausführlichen Gesprächen“ mit Kunden gut 13 000 Verträge umgewandelt worden. Verblieben sind zum Fristende also, räumt die Bank ein, aktuell gut 8000 Verträge. Bezogen auf den Gesamtvertragsstand zum Jahresbeginns zeigt sich folglich in etwa jeder dritte Scala-Kunde unbeeindruckt von der Ankündigung der Sparkasse, sie werde das Sparprodukt notfalls ersatzlos kündigen.
Erneut betont der Sprecher der Sparkasse, bei den zum Wochenbeginn genannten 4000 verbliebenen Verträgen handle es sich um jene, die dem Bestand des Geldhauses aufgrund ihres hohen Einlagevolumens tatsächlich gefährlich werden könnten. Die weiteren etwa 4000 Scala-Verträge kennzeichneten sich durch niedrige Einlagen oder liefen in den nächsten drei bis vier Jahren aus. „Da besteht für uns kein Handlungsbedarf“, so der Sprecher.
Ob die Sparkasse nun tatsächlich massenhaft kündigt, dazu gibt es weiter keine Aussage. Man werde, heißt es mit Bezug auf einen ersten Zivilprozess in Ulm am 17. Februar, „den einen oder anderen Termin abwarten“. Klar macht die Bank derzeit nur, dass die am Sonntag ausgelaufene Frist für alle unnachgiebigen Scala-Kunden „unwiderruflich“ verstrichen ist.