Ein Paket aus 23 Sparansätzen der Stadt Ludwigsburg verursacht aktuell viel Verunsicherung in der Bürgerschaft aus. Gegen einen Sparvorschlag hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet: „Connect bleibt!“. Der Zusammenschluss aus Demokratischen Zentrum Ludwigsburg (Demoz), dem Rock- und NachwuchsZusammenschluss (G.R.U.N.Z.), dem Ökumenischen Arbeitskreis Asyl und LisbertQueer e.V. setzt sich für eine Erhaltung des städtischen Jugendcafés Connect am Ludwigsburger Bahnhof ein – und wirft der Stadtverwaltung fehlende Transparenz vor.
Der Vorschlag der Stadt, das Connect zu schließen, habe sie überrascht und überfordert, schreiben die Initiatoren in einer Stellungnahme. Für sie sei es unverständlich, dass die Stadt bereit ist, diesen Treffpunkt einfach so aufzugeben. Seit 2016 betreibe das Projekt in der Villa BarRock erfolgreich Jugend- und Sozialarbeit.
Geburtsort für Engagement
„Das Café bietet nicht nur offene Angebote für junge Erwachsene, sondern leistet eine konkrete und dringend notwendige Integrationsarbeit.“ Das Connect sei unter anderem für junge Geflüchtete und queere Menschen ein sicherer Ort am Bahnhof. Das Café sorge für Begegnungen zwischen ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und bringe dadurch immer neues Engagement hervor.
Der Jugendgemeinderat, Projekte wie LubuBeatz und Vereine wie LisbertQueer e.V. hätten ihre Wurzeln im Connect, schreiben die Initiatoren. „Uns ist bewusst, dass in finanziell schwierigen Zeiten gezielte Priorisierungen notwendig sind. Dennoch darf dies nicht auf Kosten einzelner wichtiger Projekte gehen, die der sozialen und kulturellen Vielfalt in Ludwigsburg dienen.“
Besonders ärgern sich die Initiatoren über die angeblich fehlende Transparenz der Stadtverwaltung. Die wolle die Schließung möglichst schnell und lautlos durchdrücken. „Statt einer notwendigen öffentlichen Diskussion sollen die Entscheidungen im Eilverfahren getroffen werden“, heißt es im Statement.
Zudem steht der Vorwurf im Raum, die Verantwortlichen um Oberbürgermeister Matthias Knecht hätten es versäumt, frühzeitig die Wirksamkeit der einzelnen Maßnahmen offenzulegen. Erst jetzt, nach den Kürzungsvorschlägen, würden bei den Trägern Berichte über Maßnahmen und Projekte angefordert, um diese auf ihre Wichtigkeit zu prüfen.
Stadt weist Kritik zurück
Das stimme so nicht, sagt Ludwigsburgs Sozialbürgermeisterin Renate Schmetz. Statistische Daten über das Café Connect habe man regelmäßig gesammelt, nicht erst nach Veröffentlichung der Sparvorschläge. Die zuständigen Personen der Stadtverwaltung seien zudem bereits Mitte Oktober von dem Schließungsplan informiert worden, „es war nicht so, dass die Verantwortlichen aus der Presse davon erfahren haben“.
„Das Connect ist ein tolles Angebot“, sagt Schmetz – der Sparvorschlag sei „schweren Herzens“ gemacht worden. „Gleichwohl stehen wir wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Wir müssen gucken, an welche Stellschrauben wir ran können, sonst müssen wir irgendwann das Budget der Schulen und Kitas kürzen – das wäre unverantwortlich.“
Die Initiative scheint derweil optimistisch, das Blatt für das Jugendcafé noch zu wenden: „Wir rechnen fest damit, dass sich weitere Vereine und Bürger anschließen und sich öffentlich gegen die Schließung des Café Connect positionieren werden.“