Spatenstich in Göppingen Bahn frei fürs Märklin-Museum

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Eine zweistöckige Modell-Gebirgseisenbahnanlage soll das Prunkstück im Göppinger Museum Märklineum werden – bis es soweit ist, muss noch feste angepackt werden.

Der Landrat Edgar Wolff, Wolfrad Bächle, technischer Geschäftsführer bei Märklin, Bauunternehmer Ulrich Weiss,  Oberbürgermeister Guido Till samt Söhnchen Aaron, Märklinchef Florian Sieber und Kreissparkassenchef Hariolf Teufel (von links) packen es an. Foto: Horst Rudel
Der Landrat Edgar Wolff, Wolfrad Bächle, technischer Geschäftsführer bei Märklin, Bauunternehmer Ulrich Weiss, Oberbürgermeister Guido Till samt Söhnchen Aaron, Märklinchef Florian Sieber und Kreissparkassenchef Hariolf Teufel (von links) packen es an. Foto: Horst Rudel

Göppingen - Der Mythos Märklin wird sich dank des Märklinmuseums dauerhaft in Göppingen verankern.“ Mit diesen Worten beschwor der Göppinger Landrat Edgar Wolff beim Spatenstich zu dem auf 11,3 Millionen Euro taxierten Märklineum nicht zuletzt auch die touristische Bedeutung des Projekts für den Landkreis.

Zweistöckige Modell-Gebirgseisenbahnanlage

Nun kann mit dem Bau für das 3000 Quadratmeter große Museum neben dem Stammsitz in der Stuttgarter Straße begonnen werden, als dessen Herzstück eine zweistöckige Modell-Gebirgseisenbahnanlage vorgesehen ist. Die legendären Firmenschätze aus dem Märklinturmzimmer sollen im Museum genauso präsentiert werden wie die Prunkstücke aus einer der weltweit bedeutendsten Märklinsammlungen, die der belgische Unternehmer Frans Bevers nach Göppingen übertragen will.

Florian Sieber, der Geschäftsführende Gesellschafter von Märklin, erklärte, mit dem Museum wolle seine Familie auch künftige Generationen für das Hobby Modelleisenbahn begeistern und das Image der Marke Märklin zum Glänzen bringen. Die über zwei Stockwerke führende Modelleisenbahnanlage soll nach dem Miniaturwunderland Hamburg die zweitgrößte Modellbahn in Deutschland werden. Dafür muss ein Märklingebäude geräumt werden. In einem angedockten Neubau sind ein Servicecenter, Spielbereiche und ein Bistro vorgesehen.

Die Schätze aus dem Märklin-Turmzimmer werden präsentiert

Die Schätze aus dem sogenannten Märklin-Turmzimmer werden der Öffentlichkeit in dem Museum erstmals zugänglich gemacht. Dazu gehören einzigartige Exponate, Handmuster und Zeichnungen, die die Firmengeschichte abbilden. Den Erlös von rund 5,3 Millionen Euro aus dem Verkauf dieser Turmzimmersammlung an die Kreissparkasse Göppingen investiert die Firma Märklin in den Museumsbau. Eigner der Exponate wird die von der Kreissparkasse Göppingen gegründete Märklin-Stiftung.

Viele Jahre lang dümpelten die Planungen für ein neues Märklinmuseum samt Erlebniswelt vor sich hin, nachdem das Unternehmen 2009, im 150. Jahr der Firmengeschichte, in die Pleite geschlittert war, aber aus eigener Kraft wieder aufs Gleis kam. Und bald nach dem Verkauf 2013 an den größten deutschen Spielwarenhersteller Simba-Dickie in Fürth für die der Vater von Florian Sieber, der Firmenpatriarch Michael Sieber eigens die Sieber & Sohn Gesellschaft gründete, bekundete die Firmenleitung den Willen, das wenig attraktive Interimsmuseum in der weit vom Firmensitz entfernten Reutlinger Straße durch einen Neubau zu ersetzen. Die aktuellen Pläne vom Architekturbüro Kehrbach Planwerk aus Schwabach bezeichnete Florian Sieber als solides Konzept. Damit sind die Pläne der Göppinger Planer Gaus & Knödler vom Tisch. Auch wegen der zu erwartenden hohen Folgekosten für den vorgeschlagenen Glaskubus habe seine Familie den Kehrbachentwurf favorisiert, sagte Sieber. Offenbar spielt die Kostenkontrolle bei Märklin weiterhin eine zentrale Rolle, nachdem für 2016 ein geringeres Umsatzplus gemeldet wurde als erwartet.




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