Spaziergang durch den Bezirk Wo der Westen sich verändert

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Die Landtagspräsidentin Muhterem Aras lädt zu einem Rundgang durch den Westen ein.

Rüdiger Ahrendt (Mitte) erklärt die Entwicklung auf dem Olga-Areal. Foto:  
Rüdiger Ahrendt (Mitte) erklärt die Entwicklung auf dem Olga-Areal. Foto:  

S-West - Im Westen verändert sich derzeit und in den kommenden Jahren viel. Am Olga-Areal ist ein neues Wohnviertel im Entstehen, der Bismarckplatz wird umgebaut und das Künstlerhaus hat komplett renoviert. Die Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Bündnis 90/ Die Grünen) hat zu einem Spaziergang durch den Westen eingeladen – entlang all dieser neuralgischen Punkte, die sich wandeln. Diese oben genannten Bauprojekte, aber auch Einrichtungen wie das Künstlerhaus oder das Diakonie-Klinikum und Orte wie der Feuersee und die Johannesstraße seien es, die den Westen „lebendig und lebenswert“ machen, sagt Aras auf dem kleinen Rundgang zu den rund 40 Zuhörern.

Die Art, wie wir wohnen, wird sich wohl verändern

Aras lebt selbst seit fast 30 Jahren mit ihrer Familie im Westen. „Ich habe den schönsten Wahlkreis in Baden-Württemberg.“ Das würden zwar im Landtag alle Abgeordneten behaupten. „Aber bei mir stimmts“, sagt Aras und lacht. Sie schätze tatsächlich auch die dichte Bebauung im Bezirk. „Das kann unglaublich schön sein.“ Sie ist überzeugt, beim Thema Wohnen könne man in Stuttgart noch viel „mutiger und visionärer“ sein. Denn klar sei: Arg viel mehr in die Fläche zu bauen, ist kaum möglich. „Nicht jeder kann künftig in der Stadt in der Doppelhaushälfte auf drei Etagen wohnen.“

Das Olga-Areal ist einer dieser Orte, an dem Veränderungen bereits in vollem Gange sind. Und dort sollte beispielhaftes, urbanes Wohnen stattfinden. Die ersten Bewohner sind inzwischen eingezogen. „Hier hatte die Stadt den Mut für Bürgerbeteiligung“, sagt Aras. Man habe bei der Vergabe das beste Konzept berücksichtigt, nicht den höchsten Preis.

Rüdiger Ahrendt, der mit dem Verein „Olgäle 2012“ das Großprojekt mitgestaltet hat, erklärt, man habe dort in „vorbildlicher Weise geplant“. Auf dem Areal werde Wohnen, Arbeiten und Gemeinschaft verknüpft. Zu Beginn seines Engagements in 2007 habe es in Stuttgart so etwas wie Baugemeinschaften nicht gegeben. Erstmals hieß es dann irgendwann aus dem Gemeinderat: „Die Bürger bauen mit.“

Der Bismarckplatz soll seinen Namen nicht umsonst tragen

Auch der Bismarckplatz ist einer dieser zentralen Orte, die sich in den nächsten Jahren komplett wandeln. Seit 2014 etwa plant die Stadt die neue Gestaltung des Platzes, es gab eine umfangreiche Bürgerbeteiligung. „Er ist bisher einer von drei Plätzen im Westen, die nicht bebaut sind“, sagt Bezirksbeirat Bernhard Mellert (Grüne). Der Platz soll eine „urbane Qualität“ bekommen, mehr Platz für die Bürger zum Aufenthalt bieten. „Die Schwabstraße soll deshalb deutlich reduziert werden.“ Die Bushaltestelle komme weg, der Platz sei dann wieder auf die Kirche ausgerichtet. „Ich liebe diesen Platz“, ergänzt Aras. Sie sei daher froh, dass Stadt, Land und Bund viel Geld für den Umbau in die Hand nehmen. Rund 4,5 Millionen Euro kostet das Projekt. Baubeginn ist Ende 2021.

Ein paar Schritte weiter befindet sich der Diakonissenplatz, über den zwar schon viel gesprochen wird, den es bisher als Platz aber nicht gibt. Derzeit befindet sich dort die Jugendverkehrsschule, die fertigen Pläne für den kleinen Park mitten im Westen liegen aber in der Schublade. Die Umgestaltung beginnt wohl in 2020.

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