SPD-Möhringen Die Bebauung am Bahnhof beeinflussen

Hans-Peter Ehrlich, Björn Selent, Ingrid Schulte und Dieter Bernhardt (von links) haben 2015 viel vor. Foto: Rebecca Stahlberg
Hans-Peter Ehrlich, Björn Selent, Ingrid Schulte und Dieter Bernhardt (von links) haben 2015 viel vor. Foto: Rebecca Stahlberg

Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Möhringen sprechen über ihre Vorhaben und Ziele in der nahen Zukunft. Die Schwerpunkthemen drehen sich um Verkehr, Bebauung und die sinkende Wahlbeteiligung.

Bad Cannstatt: Rebecca Stahlberg (res)
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Möhringen - Stadtplanung, Verkehr und Wahlbeteiligung, das sind die großen Themenfelder, mit denen sich der SPD-Ortsverein Möhringen in nächster Zukunft befassen möchte. Dieter Bernhardt, der Sprecher der SPD-Fraktion im Möhringer Bezirksbeirat, spricht sich dafür aus, bei künftiger Wohnbebauung auf die Nachverdichtung zu setzen, und „nicht auf die grüne Wiese zu bauen“. Björn Selent, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, betont außerdem die Notwendigkeit von gefördertem Wohnen. „Das würden wir uns für Möhringen wünschen.“

Stadt soll Areal zurückkaufen

Ein Schwerpunkt in nächster Zeit sei für sie vor allem aber die angedachte Bebauung rund um den Möhringer Bahnhof, so Bernhardt. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) hatte dort im vergangenen Jahr ein brachliegendes Grundstück nördlich der Gleise an der Probststraße sowie südlich der Gleise die zwei Flächen westlich und östlich des alten Bahnhofsgebäudes veräußert. Die Käufer sind ein Zusammenschluss von Bietigheimer Wohnbau, Strenger Bauen und Wohnen sowie Baustolz Stuttgart. Bis zu 100 Wohnungen könnten dort entstehen. „Uns ist es wichtig, dass eine sensible Lösung gefunden wird“, sagt Bernhardt. Man strebe am oberen Ende der Filderbahnstraße eine Mischform aus Wohnen und Gewerbe an. Beim Baufenster östlich des alten Bahnhofsgebäudes plädiere man dafür, „dass dieses wieder aus der Hand der Investoren ausgeklinkt wird und es zurück an die Stadt geht.“ Im Raum steht eine Rückkaufofferte der Investoren. Diese sind dem Vernehmen nach bereit, die Fläche zu einem weit geringeren Preis als gekauft wieder zu veräußern: für 300 000 Euro anstatt für 400 000 Euro.

Ein Treffpunkt für Gruppen ohne Vereinsstatus

Öffentliche oder soziale Einrichtungen sollte man an dieser Stelle platzieren, wie Ingrid Schulte, ebenfalls Mitglied im Bezirksbeirat und Delegierte des Stadtseniorenrats, sagt. „Ein Treffpunkt für Gruppen, die keinen Vereinsstatus haben und denen somit nicht das Bürgerhaus zur Verfügung steht, wäre zum Beispiel nötig“, sagt sie. Doch wo soll das Geld herkommen? Auch darüber haben sie die Möhringer Sozialdemokraten Gedanken gemacht. Der Gewinn aus dem Verkauf der Gemeinbedarfsfläche auf dem ehemaligen Hansa-Areal an der Sigmaringer Straße könnte dafür genutzt werden, sagt Bernhardt.

Ihr zweites Anliegen, der Verkehr, treibt die Lokalpolitiker ebenfalls um. „Von der Aufnahme des Stadtbezirks in die Integrierte Verkehrsleitzentrale erhoffen wir uns Linderung“, sagt Bernhardt. Dennoch wolle man noch einen Schritt weiter gehen. „Wir wollen das Thema Temporeduzierung auf 40 Kilometer pro Stunde auf Vorbehaltsstraßen weiter voranbringen“, erklärt er. Beispielsweise auf der Laustraße oder der Sigmaringer Straße. Mit diesem Wunsch stehen sie freilich nicht alleine da. Das sei aber gut so: „Wir hoffen auf einen breiten Konsens“, so Bernhardt.

Die Bürger zum Wählen ermutern

Die stetig zurückgehende Wahlbeteiligung zu bekämpfen, das hat sich Björn Selent auf die Agenda geschrieben. „Das ist ein Problem im sozialen Gefüge und ein Zeichen, dass die Akzeptanz der Politik droht, verloren zu gehen“, sagt er. Ein Patentrezept, wie man dies angehen könnte, kann er freilich nicht aus dem Ärmel schütteln, da haben sich schon ganz andere den Kopf darüber zerbrochen. Dennoch sei es ihr Anliegen, die Bürger zum Wählen zu ermuntern. Sein Stadtrat Hans-Peter Ehrlich fügt hinzu: „Die Botschaft ist: Wie kann in dieser Gesellschaft ein diskursiver Prozess in Gang kommen, der die Partizipierung an demokratischen Prozessen fördert?“ Oder einfacher gesagt: Wie kann man erreichen, dass sich nicht zu beteiligen nicht zum Normalfall wird?

Nicht vergessen werden solle außerdem die Aufgabe im Stadtbezirk, sich um die neu angekommenen Flüchtlinge zu kümmern, finden die vier Sozialdemokraten. „Wir sind uns alle einig: Da kommen Menschen, auf die wir uns freuen“, betont Ehrlich.

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