„Speichern unter“-Ideenwettbewerb Wolken, Schlösser und Kabel

Ein Relikt der Vergangenheit: Die Diskette hat als Speichermedium ausgedient. Foto: Shutterstock/Ingvar Bjork
Ein Relikt der Vergangenheit: Die Diskette hat als Speichermedium ausgedient. Foto: Shutterstock/Ingvar Bjork

Der „Speichern unter“-Wettbewerb der Stuttgarter Zeitung und Wirtschaftsförderung Raum Stuttgart geht in die Votingphase. Auch Berufsschüler aus Baden-Baden haben sich an der Suche nach einem zeitgemäßen Speicher-Symbol beteiligt.

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Stuttgart/Baden-Baden - Ihre große Zeit ist vorüber: Kaum jemand greift heute noch zur Diskette, wenn es ums Speichern von Daten geht. USB-Sticks, externe Festplatten, CDs und nicht zuletzt die Cloud haben das einst revolutionäre Speichermedium längst von der Bildfläche verdrängt. Trotzdem begegnet uns die Diskette im Alltag noch häufiger, als einem vielleicht bewusst ist: als „Speichern“-Symbol in vielen Computerprogrammen.

Mit dem Kreativwettbewerb „Speichern unter“ haben die Stuttgarter Zeitung und die Wirtschaftsförderung Raum Stuttgart Unternehmen und Privatpersonen dazu aufgerufen, der veränderten Realität ins Auge zu sehen und Ideen für ein neues „Speichern“-Icon zu entwickeln.

Auch Schüler der Robert-Schuman-Schule in Baden-Baden haben beim Wettbewerb mitgemacht. Zwei Klassen der Berufsschule, die eine kaufmännische Ausbildung machen, haben im Unterricht Vorschläge entwickelt, wie man das Disketten-Symbol ersetzen könnte. „Auch wenn die Schüler die Diskette noch kennen“, sagt Lehrerin Jennifer Nuß, „hatten die wenigsten mal eine in der Hand.“

Wie sieht Speichern grafisch aus?

Es habe sich schnell gezeigt, dass es gar nicht so leicht sei, sich ein wirklich innovatives Symbol zu überlegen. „Viele Schüler haben als Symbol eine Wolke ausgewählt“, fügt Nuß, die seit drei Jahren als Lehrerin für berufspraktische Kompetenz an der Robert-Schuman-Schule tätig ist, an. Die Vorstellungen davon, was Speichern eigentlich bedeutet, gingen dabei auseinander: Andere Schüler designten zum Beispiel Vorhängeschlösser oder lose Kabelenden als Zeichen der Datenübertragung.

Die Idee, am Wettbewerb teilzunehmen, hatte die Lehrerin, als sie zufällig auf die Ausschreibung im Internet stieß. „Die Schüler hatten gleich Spaß daran“, sagt Nuß. Als Teil des Bildbearbeitungs- und Logoerstellungs-Unterrichts entwickelten die 15- bis 18-Jährigen eine Doppelstunde lang neue Ideen. Manche Schüler verwirklichten ihren Entwurf am PC, während andere lieber ganz klassisch zu Zettel und Stift griffen. Dabei arbeiteten sie allein oder zu zweit, benotet wurde das Projekt nicht.

Das mit dem Speichern verbundene Thema Datenschutz wurde auch im Unterricht aufgegriffen. „Wir versuchen, die Schüler dafür zu sensibilisieren“, erklärt Nuß. Viele Schüler seien verunsichert, wie leicht ihre Daten im Internet zugänglich sind. Den meisten sei die Datenschutzproblematik bewusst und Privatsphäre im Netz wichtig.

Wettbewerb geht in die Votingphase

Der Wettbewerb „Speichern unter“ geht nun in die zweite Runde. Auf der Homepage des Wettbewerbs können angemeldete User die rund 1800 eingereichten Vorschläge für ein neues Speichern-Icon noch bis zum 30. Oktober bewerten. Dabei können sie unbegrenzt vielen Symbolen ihre Stimme einmalig geben.

Eine Expertenjury wählt schließlich in der finalen Runde im November aus den zehn bestbewerteten Vorschlägen der jeweiligen Kategorie – Profis und Amateure – die Sieger aus, die beim Aktionstag World Usability Day in Stuttgart am 13. November gekrönt werden.

 

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