Spenden für Verein Marbacher Tafel ist gerettet – „Ich sage: Danke, danke und noch mal danke!“
Gundula Hübsch ist überglücklich. Die Insolvenz der Marbacher Tafel im Kreis Ludwigsburg ist abgewendet – die zweite Vorsitzende dankt allen Spendern.
Gundula Hübsch ist überglücklich. Die Insolvenz der Marbacher Tafel im Kreis Ludwigsburg ist abgewendet – die zweite Vorsitzende dankt allen Spendern.
Noch vor wenigen Wochen stand die Marbacher Tafel kurz vor dem Aus. Die finanzielle Not war so groß, dass der Verein ernsthaft befürchtete, den Dezember nicht zu überstehen. Heute ist die Lage eine andere: Die Tafel ist vorerst gerettet – dank einer überwältigenden Welle der Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung und von zahlreichen Firmen.
Auslöser war ein Zeitungsartikel, der die dramatische Situation der Marbacher Tafel öffentlich machte. Danach setzte eine enorme Spendenbereitschaft ein. „Es war mein Weihnachtswunder“, sagt die zweite Vorsitzende Gundula Hübsch sichtlich gerührt. „Ganz viele Privatpersonen und Unternehmen haben gespendet. Bei uns sind super viele Lebensmittel abgegeben worden, und auch die Geldspenden haben Wunder gewirkt.“
Der Verein, der finanziell am Ende war, kann nun wieder durchatmen. Für etwa drei bis vier Monate ist die Existenz gesichert. „Die Not war ja so groß, dass wir Angst hatten, den Dezember nicht zu überstehen“, berichtet Hübsch. Jetzt sind die Regale im Laden wieder gut gefüllt: Nudeln, Mehl, Zucker, Reis, Tee und Konserven sind ausreichend vorhanden.
Von den Bauern aus der Region kamen zudem große Mengen Kartoffeln. „Ich bin überwältigt. Es hat einfach eine Riesenwelle der Hilfsbereitschaft gegeben. Ich sage danke, danke und noch mal danke“, so Hübsch.
Trotz der vorläufigen Rettung wartet auf den Vorstand weiterhin viel Arbeit. Sparen bleibt das Gebot der Stunde. „Wir müssen auf der Ausgabenseite schauen, vor allem bei den Personalausgaben“, erklärt Hübsch. Ein Hoffnungsschimmer: Ein ehrenamtlicher Fahrer hat sich bereits gemeldet. Bisher musste der Verein eine Vollzeitstelle finanzieren.
Ein fester Stamm ehrenamtlicher Fahrer könnte für deutliche Entlastung sorgen. „Es wäre schön, wenn sich noch mehr Freiwillige melden würden.“ Auch die regelmäßigen Inspektionen des Fahrzeugs und von dessen Kühlanlage stellen weiterhin eine Herausforderung dar. Hübsch hofft, auch dieses Problem künftig besser in den Griff zu bekommen.
Um nicht erneut in eine solche Notlage zu geraten, denkt der Vorstand über neue Wege nach. Eine regelmäßige Spendenaktion nach dem Vorbild der Weihnachtsaktion könnte sich Hübsch gut vorstellen. Der Erfolg hat bereits Kreise gezogen: Der Schüler, der mit seiner Klasse vor dem Kaufland aktiv war, von dort zwei Anhängerladungen mit Lebensmitteln mitbrachte sowie 500 Euro sammelte, habe sich aufgrund der positiven Resonanz schon bereit erklärt, möglicherweise zu Ostern die nächste Aktion zu organisieren.
Gerade dieses Engagement habe sie angerührt, sagt Gundula Hübsch. Dem Verein würde es darüber hinaus helfen, wenn mehr monatliche, feste Spenden eingehen würden. „Es dürfen auch Kleinbeträge sein – jeder Cent zählt und hilft uns weiter.“ Bescheinigungen würden selbstverständlich ausgestellt.
Das Ehrenamt will die Marbacher Tafel weiter ausbauen. Ein gutes Beispiel sei ein Mann, der im Laden immer wieder kleinere Reparaturen übernimmt. „Was er schon alles geleistet hat, ist großartig“, sagt Hübsch. Eine feste Größe bleibt zudem die Ladenleiterin Tanja Rapp, die mit viel Engagement und Herzblut als Angestellte die Fäden in der Hand hält, ihr Team motiviert und den Ladenalltag maßgeblich prägt.
Für Gundula Hübsch beginnt das neue Jahr trotz aller Herausforderungen gut. Das „Weihnachtswunder“ hat sie motiviert, sich weiterhin intensiv im Vorstand zu engagieren und Gutes zu tun. Denn auf den Einkauf der vergünstigten Lebensmittel sind mehr als 400 Menschen in und um Marbach angewiesen – Menschen, für welche die Marbacher Tafel weit mehr ist als nur ein Laden.