Im dm in Holzgerlingen steht an der Kasse eine Tafelkiste. Dort können Artikel für den Tafelladen in Böblingen gespendet werden. Foto: Eibner/Max Vogel
Im dm-Markt in Holzgerlingen steht direkt an der Kasse eine sogenannte Tafelkiste. Alle Produkte, die dort landen, werden an den Böblinger Tafelladen gespendet.
An der Kasse im Drogeriemarkt dm in Holzgerlingen steht eine Kiste auf dem Boden, direkt am Ausgang. In großen roten Lettern steht da: Tafelkiste. Dort hingestellt hat sie die Holzgerlingerin Antonietta Scarano Salemi, die auf diese Weise den Tafelladen in Böblingen unterstützen will. Seit zwei Jahren leert sie die Kiste regelmäßig, die die Kunden und Kundinnen des Drogeriemarktes gewissenhaft füllen. Vor allem um Hygieneartikel ist der Tafelladen dankbar, sagt Petra Ländner, die die Böblinger Tafel leitet.
Vor beinahe zwei Jahren ist Antonietta Scarano Salemi, die für die BNU im Holzgerlinger Gemeinderat sitzt, privat auf die Idee gekommen, die Tafelkiste im dm aufzustellen. Sie selbst sei sowieso jede Woche im dm, sagt sie mit einem Augenzwinkern. „Da habe ich bei der dm-Leitung angefragt und seither funktioniert das ganz unkompliziert“, sagt sie. Viele Leute würden einfach etwas mehr kaufen – ein zusätzliches Duschgel oder eine zusätzliche Packung Windeln und in die Kiste legen, erzählt sie. Auch der dm-Markt selbst gibt der Holzgerlingerin regelmäßig Produkte mit, die nicht mehr verkauft werden können oder einfach übrig sind. Nach Weihnachten war ihr kleines Auto beispielsweise bis unter die Decke mit Schoko-Weihnachtsmännern und Weihnachtsnudeln gefüllt, erzählt Antonietta Scarano Salemi.
Carmen Häfer, Julia Plechinger, die Tafelladenleiterin Petra Ländner, ihre Stellvertreterin Nina Seemann, Luisa Schneider und Antonietta Scarano Salemi (v.l.n.r.) kümmern sich um die Tafelkiste. Foto: Eibner/Max Vogel
Bis jetzt würden kaum Produkte in der Kiste landen, die abgelaufen seien, sagt Salemi. Das passiere sonst öfters: Früher sei eine solche Kiste auch im Buchplus in Holzgerlingen gestanden, doch zu viele Leute hätten dort abgelaufene Lebensmittel abgeladen. Diese könnten nicht an den Tafelladen weitergegeben werden. „Wir freuen uns immer über Hygieneartikel jeglicher Art, Lebensmittel nehmen wir aber natürlich auch“, sagt Petra Ländner, die seit vier Jahren Leiterin des Tafelladens ist.
Seit dem Ukraine-Krieg hat sich die Kundschaft verdoppelt
Seit dem Ukraine-Krieg habe sich die Zahl der Kunden und Kundinnen im Tafelladen ungefähr verdoppelt. Während zuvor rund 60 Personen pro Tag einkauften, sind es nun zwischen 100 und 120, erzählt sie. Vor allem die Nachfrage nach Hygieneartikeln sei in dieser Zeit gestiegen. Das „Kistenprinzip“ gebe es öfters, weiß die Tafelladenleiterin. Auch in einem dm in Sindelfingen beispielsweise würden die Mitarbeiterinnen überschüssige Ware an den Tafelladen abgeben. „Es ist eine gute Möglichkeit zu spenden, da die Hürden niedrig sind“, sagt sie. Man könne quasi im Vorbeigehen spenden. Das Sortiment im Tafelladen reiche meistens nicht aus, um die Nachfrage gänzlich zu bewältigen, erklärt Petra Ländner. Alle, die eine Berechtigung haben, dürfen jeden Tag zum Einkaufen vorbeikommen. „Allerdings müssen beliebte Produkte öfters limitiert werden“, sagt die Leiterin.
Auch die dm-Mitarbeiterinnen sind von der Aktion begeistert und sammeln fleißig mit. „Es ist einfach schöner, die Produkte zu spenden, als sie wegwerfen zu müssen“, sagt die Mitarbeiterin Carmen Häfer.