Spendenaktion „Hilfe für den Nachbarn“ Nach Burn-out und Flucht ins Ausland gelingt schließlich der Neustart

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Bei der Spendenaktion „Hilfe für den Nachbarn“ schildert Herr Z. wie ihm in seinem Betrieb alles über den Kopf gewachsen war und wie er deshalb seine Familie zurückließ und die Flucht ergriff. Jetzt macht er einen Neustart, doch das Äußere spielt eben doch eine Rolle...

In Spanien hat Herr Z. auf Baustellen gearbeitet. Foto: dpa
In Spanien hat Herr Z. auf Baustellen gearbeitet. Foto: dpa

Stuttgart - Heute nennt man es Burn-out. Herr Z. beschreibt seinen Zustand anders: „Ich war völlig fertig mit den Nerven.“ So fertig, dass er von heute auf morgen mit ein paar hundert Euro und einer Reisetasche nach Spanien verschwand. „Ich wollte irgendwohin, wo es warm ist“, sagt er. Das war vor 13 Jahren. Er verließ seine Frau und die damals fast erwachsenen Kinder, er ließ ein gut gehendes Geschäft zurück, das er mit seinem Bruder betrieben hatte, und er überließ ein großes Haus der Familie. „Das war schuldenfrei, ich will davon nichts mehr. Das gehört zum Anstand“, erklärt er. Die Ehe war kaputt, die Kinder waren ihm fremd, denn das Geschäft war an erste Stelle gestanden. „Ich hatte keine Zeit für die Familie“, bedauert er heute.

Er arbeitet bei der Obdachlosenhilfe mit

Acht Jahre lebte er in Spanien, arbeitete auf Baustellen und fand dort eine neue Lebenspartnerin. Als diese plötzlich an einem Aneurysma verstarb, gefiel es ihm nicht mehr unter der Sonne, denn wirkliche Freunde hatte er in Spanien keine – die Bekannten, die er hatte, waren ihm zu oberflächlich.

Genauso schnell wie er Deutschland verlassen hatte, kehrte er zurück. Die erste Nacht verbrachte er bei der Bahnhofsmission. Kurz darauf begann der Sechzigjährige bei der Obdachlosenhilfe mitzuarbeiten – als Fahrer und als rechte Hand der Einrichtungsleitung. Seit einem Jahr hat er eine Anstellung als Gebäudereiniger. Jeden Morgen in aller Frühe fegt er den Außenbereich eines Firmenkomplexes. „Frühaufsteher war ich immer, aber die Kälte morgens mag ich nicht“, sagt er. Herr Z. kommt mit seinem Geld zurecht. Zu seinem Lohn erhält aufstockend Arbeitslosengeld II.

Nach Jahrzehnten zum ersten Mal beim Zahnarzt

Kürzlich hat er sich aufgerafft, auch sein Äußeres dem Neuanfang anzupassen. Seit Jahrzehnten war er zum ersten Mal wieder beim Zahnarzt. „Das Äußere spielt eine Rolle. Wenn man schlechte Zähne hat, will keiner mit einem reden“, findet er. Sein Gebiss war komplett kaputt und einige Zähne waren abgebrochen. Herr Z. bekam zwei Vollprothesen und zeigt stolz seine zweiten Zähne beim Lachen. Allerdings muss er einen Eigenanteil von rund 700 Euro an der Behandlung bezahlen. Diese Summe kann er nicht aufbringen und zu seiner Familie hat er keinen Kontakt mehr. Nach allem, was war, würde er sie niemals um finanzielle Hilfe bitten.

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