Die Schwäbische Tafel hat dringend einen neuen Lkw benötigt, um Lebensmittel einzusammeln. Die Finanzierung war nur mit Unterstützung der Leser und Leserinnen der StZ möglich.

Lokales: Sybille Neth (sne)

Stuttgart - Er glänzt und funkelt, der Neue im Fuhrpark der Schwäbischen Tafel. Außerdem fällt er auf, denn der 7,5-Tonner trägt unübersehbar das Logo von „Hilfe für den Nachbarn“ e. V., der Spendenaktion der Stuttgarter Zeitung.

Dank der großen Hilfsbereitschaft der Leser und Leserinnen im zurückliegenden Jahr konnte mit einer Großspende an die Tafel der neue Lkw zu einem guten Teil finanziert werden. Auch der Fahrzeughersteller kam dem gemeinnützigen Tafel-Verein entgegen und baute verschiedene Extras, die für einen Lebensmitteltransporter aus Hygienegründen zwingend sind, gratis ein. „Wir haben ihn in zwei Teilen gekauft, einmal das Chassis und dann den Aufbau mit den verschiedenen Standards, die ein Tafel-Fahrzeug haben muss“, berichtet der Vereinsvorsitzende Uli Rabeneick.

40 Tonnen Lebensmittel jeden Tag

Der Vorgänger ist nach zwölf Jahren und Zigtausenden Kilometern deutlich sichtbar gealtert. Vor allem aber bekam der Diesel mit der Abgasnorm vier keine Sondergenehmigung mehr für Stuttgart. Der Lkw ist für die Tafel in Stuttgart aber extrem wichtig, weil er für die großen Fahrten an den Bodensee, nach Singen und Ulm eingesetzt wird. Dort holen die Fahrer große Lebensmittelmengen ab, denn die Stuttgarter Tafel ist neben der Versorgung der eigenen vier Läden auch Verteilzentrum für 36 weitere, kleine Tafeln in Baden-Württemberg. Alles in allem werden bei der Tafel in ihrem Zentrum Stuttgart- Wangen täglich 40 Tonnen Ware angeliefert. „Vom Salatkopf bis zu den Getränken“, sagt die stellvertretende Projektleiterin Hilli Pressel. Damit nicht genug, denn was nicht verwendet werden kann und aussortiert werden muss, geht direkt an zwei Biogasanlagen. „Ohne diese Unterstützung für den Lkw und die Spenden während der Lockdowns hätten wir unseren Betrieb nicht aufrechterhalten können“, betont Rabeneick.

Lkw fährt zur Insel Reichenau

„Der Lkw bringt immer tolle Sachen mit“, schwärmt Hilli Pressel, denn dreimal pro Woche fährt er auf die Insel Reichenau und holt dort besten Bodensee-Salat und knackiges Gemüse ab. Auch die regelmäßige Tour nach Ulm in den Bio- und Demeter-Großhandel ist für den Lkw gebucht, denn die anderen Tafel-Fahrzeuge sind wesentlich kleiner: elf Ford Transit und zwölf Renault Master. Mit ihnen werden Lebensmittel in Stuttgart und nächster Umgebung täglich abgeholt.

„Durch Corona haben wir viele neue Kunden dazubekommen“, sagt Projektleiterin Ingrid Poppe. Das bemerken die Ladenleitungen an den vielen neuen Kundenkarten, die sie ausstellen müssen. Etwa 1000 Familien pro Tag kaufen bei der Tafel ein, und die stellvertretende Projektleiterin Hilli Pressel rechnet vor, dass somit ein Drittel der bedürftigen Stuttgarter zur Kundschaft gehört.

Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung

Viele Berechtigte schämen sich jedoch, in der Warteschlange zu stehen und dort gesehen zu werden, weiß Rabeneick. „Manche schränken sich lieber noch mehr ein, als bei uns einzukaufen“, sagt Ingrid Poppe. Manche fahren zum Laden in einem entfernten Stadtteil oder von Fellbach nach Stuttgart, denn bei der Tafel gibt es beste Ware fast geschenkt: „Manchmal haben wir zehn Gurken für zehn Cent, wenn auf der Reichenau gerade zu viel reif wurde“, sagt Hilli Pressel. Was nicht verkauft wurde, holen die Aktivisten von Foodsharing ab. Nichts wird weggeworfen. Somit spielen die Tafeln nicht nur unter dem sozialen Aspekt eine bedeutende Rolle, sondern leisten auch einen konkreten Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung.

Ehrenamtliche dringend gesucht

Zurzeit stöhnen die Projektleiterinnen unter Personalmangel in den Läden. „Wir brauchen unbedingt wieder viele neue Ehrenamtliche fürs Entladen und Sortieren der Waren“, appelliert Ingrid Poppe. „Jeder Salat muss in die Hand genommen und geprüft werden. Das ist alles sehr zeitintensiv.“ Melden können sich alle, die etwas Zeit erübrigen können, um mit anpacken zu können in einem der Läden an der Hauptstätter Straße, in Möhringen, in Bad Cannstatt oder in Fellbach. Interessierte melden sich unter der Nummer 07 11 / 6 33 89 90 oder per E-Mail an mail@stuttgarter-tafel.de.

Hilfe für den Nachbarn

Das Spendenkonto:
IBAN DE53 6005 0101 0002 2262 22
BIC SOLADEST600
Kennwort: „Hilfe für den Nachbarn“

Bitte vermerken Sie auf der Überweisung unbedingt, ob Ihr Name veröffentlicht werden soll.