Spendenaktion „Hilfe für den Nachbarn“: Vater terrorisiert und schikaniert die eigene Familie

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Bei der Spendenaktion „Hilfe für den Nachbarn“ e.V. erzählt heute die Mutter einer großen Kinderschar wie sie nach der Trennung von ihrem Mann den Anschluss ans 21. Jahrhundert findet.

Die Kinder sollen sich im Sommer im Feriencamp entspannen können. Foto: factum/Granville
Die Kinder sollen sich im Sommer im Feriencamp entspannen können. Foto: factum/Granville

Stuttgart - 44 Die Kinderschar von Frau K. ist beachtlich: 14 Jahre lang kam eine Schwangerschaft nach der anderen. Immer wenn wieder ein Kind geboren war, wurde sie wieder schwanger. Ihr Mann wollte das so. „Ich habe schon nach der ersten Entbindung an Verhütung gedacht“, sagt sie. Aber wie in so vielen Dingen, war sie den wahnhaften Ideen ihres Partners erlegen. „Viele haben mich vor ihm gewarnt“, sagt sie rückblickend. Aber sie gesteht auch: „Ich war in seinem Bann und habe alles um mich vergessen.“

Alle Kinder wurden zuhause geboren. Zum Arzt durfte sie nicht gehen. „Ein Kind habe ich sogar selbst entbunden, weil es so schnell ging“, erzählt sie. Heute sind sie im Alter zwischen 5 und 18 Jahren und leben bei ihr. Der Ehemann ist vor einem Jahr ausgezogen. Damit hat sich die Atmosphäre in der Großfamilie verbessert.

Vorbild Amish Peple

„Er hat alles bestimmt“, sagt Frau K. Sie und die Kinder lebten völlig isoliert. Kontakte zu anderen unterband der Mann. Wenn die Kinder nicht sofort gehorchten, setzte es drakonische Strafen. Nicht nur, dass der Ehemann im Haus mit eiserner Hand alles beherrschte und beispielsweise einen Fernseher verbot. Er bestimmte sogar, wie sich Ehefrau und Kinder zu kleiden hatten. Frau K. zeigt Fotos ihrer Töchter im Grundschulalter in langen Röcken. „Die wurden in der Schule deshalb ausgelacht.“ Sie selbst musste ein Kopftuch tragen, denn ihr Exmann hatte einen Hang zu archaischen Sekten. Bevor die Kinder geboren wurden, waren sie zu den Amish People in die USA gereist, die ein Leben führen wie vor 200 Jahren. „Das war unsere einzige gemeinsame Reise“, sagt Frau K.

Kein Auto und kein Geld

Sie und die Kinder haben nach dem Auszug des Mannes den Anschluss ans 21. Jahrhundert gefunden und suchen jetzt ihren inneren Frieden. Den zu bekommen ist jedoch schwierig: Immer wieder gibt es Schulprobleme und Frau K. ist am Ende ihrer Kräfte. Auch deshalb, weil der Vater der Kinder das Sorgerecht für sich beansprucht. Er verweigerte alle Unterschriften für die Schule und den Kindergarten. Kindergeld hatte er nie beantragt. Das Gericht musste einschreiten, damit Frau K. zu ihrem Recht kommen konnte.

Nach der Trennung hatte er Frau K. das Auto weggenommen und das Konto gesperrt. Ihre Eltern streckten ihr das spätere Erbe vor, damit sie und die Kinder etwas zum Leben hatten. Kürzlich wurde ihr die Familienhelferin gestrichen, weil das Jüngste jetzt im Kindergarten ist.

Der Ex-Mann zahlt seit einiger Zeit Unterhalt, jetzt kam aber eine andere Riesensorge hinzu: Frau K. und den Kindern droht die Räumungsklage, weil das Haus, in dem sie wohnen, einem Verwandten des Mannes gehört und Frau K. nur einen befristeten Mietvertrag hat. Sie kommt zwar mit ihren jetzigen finanziellen Mitteln im Alltag aus, aber sie möchte, dass die Kinder im Sommer je nach Alter und Interesse an Ferienfreizeiten teilnehmen können. „Das tut ihnen gut, sie müssen so vieles verarbeiten“, sagt sie und auch für sie wäre es eine Entspannung. Im Frühjahr sind die Anmeldungen. Sie hat die günstigsten Angebote gesucht und würde für alle zusammen knapp 1700 Euro benötigen.

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Hilfe für den Nachbarn

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