Spendenaktion in Stuttgart Essenspende für Intensivpfleger auf Covid-19-Station

Timo Scheible und Carina Hirth vor der Pinsa Manufaktur im Stuttgarter Westen Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Timo Scheible und Carina Hirth vor der Pinsa Manufaktur im Stuttgarter Westen Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Drei Monate lang Restaurantlieferungen für Intensivpflegekräfte im Krankenhaus Bad Cannstatt: Dies war Ziel einer Spendenaktion, das in Windeseile erreicht worden ist.

Lokales: Matthias Ring (mri)

Stuttgart - Irgendwie betroffen von der Corona-Krise ist mehr oder weniger jeder. Manche aber sind es ganz besonders, zum Beispiel Pflegekräfte und Gastronomen. Und ebendiese zwei Gruppen werden nun mit einer Spendenaktion gleichzeitig unterstützt, konkret: Ärzte und Pflegepersonal auf der Covid-19-Intensivstation im Krankenhaus Bad Cannstatt und drei relativ junge gastronomische Betriebe in Stuttgart. Für die Dauer von drei Monaten soll dreimal die Woche ein Mittagsgericht an das Intensivteam geliefert werden. Die dafür errechnete Spendensumme von 5400 Euro ist binnen weniger Tage zusammengekommen.

Den Anstoß zu der Aktion gab Carina Hirth, die selbst im Klinikum Stuttgart angestellt ist, allerdings nicht am Standort Bad Cannstatt, sondern als Krankenpflegerin auf der Kinder-Intensivstation im Olgahospital. Dort hat sie tagtäglich mit schweren Fällen zu tun, die nicht unbedingt im Zusammenhang mit Corona stehen. Aber weil einige ihrer Kolleginnen und Kollegen nun auf der Covid-19-Intensivstation in Bad Cannstatt aushelfen, bekomme Hirth mit, welche Schicksale sich dort abspielen. „Das ist schon alles sehr belastend“, sagt die 31-Jährige.

Erster Schritt: Spenden statt Weihnachtsgeschenke

Im Austausch mit Timo Scheible, Vertriebler in einem Automobilunternehmen, ist die Idee entstanden, den Intensivpflegern „etwas Gutes zu tun mit einem guten Essen“. Hirth und Scheible kennen sich erst seit Kurzem über eine gemeinsame Bekannte, die im Krankenhauslabor arbeitet. Scheible hatte sie angesprochen, weil er vor Weihnachten mit seiner Familie entschieden hatte, das Geld, das normalerweise in gegenseitige Geschenke investiert wird, anders einzusetzen – für etwas, das im Krankenhaus gebraucht wird. Der 28-Jährige hatte vor zwei Jahren ein künstliches Hüftgelenk bekommen und weiß durch seine mehrwöchigen Krankenhausaufenthalte, „was da so los ist“. Nachdem Scheible Spiel- und Malsachen auf die Kinderstation gebracht hatte, kontaktierte ihn Carina Hirth, der ein Spendenprojekt vorschwebte. Gemeinsam habe man entschieden, mit der Aktion drei Restaurants zu unterstützen, die noch nicht so lange auf dem Markt sind: das La Santé in Bad Cannstatt, die Bottega da Giulia und die Pinsa Manufaktur, beide im Stuttgarter Westen.

Pasta, Pinsa und Bowls für die Pflegekräfte

Die Kantine im Cannstatter Krankenhaus ist zwar weiterhin geöffnet, aber über das besondere Angebot der drei Restaurants kann man sich eben auch besonders freuen: über italienische Spezialitäten, über vegetarische Bowls und Wraps und über die Pizzavariante namens Pinsa. Bessem Lamari, Chef der Pinsa Manufaktur, die es erst seit Herbst 2019 gibt, ist dankbar für die Unterstützung und etwas mehr Planungssicherheit. Er sagt: „Es ist schon sehr mühselig zurzeit. Es ist kaum noch Bewegung auf der Straße, und vielleicht geht den Leuten auch so langsam ein bisschen das Geld aus.“

Für die Spendenaktion wurde die Plattform Go Fund Me genutzt, die alle Kampagnen auf Seriosität prüfe. Die Sprecherin Ilka Franzmann sagt, dass es seit Beginn der Corona-Krise „besonders viele Solidaritätskampagnen für Restaurants und Gaststätten gebe“. Und da die Spendenaktion von Carina Hirth und Timo Scheible so gut gelaufen ist, überlegen die beiden schon, den Rahmen zu vergrößern.




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