Sperrmüll in Stuttgart Die Straßen liegen voll mit ausgemistetem Zeug – oder trügt der Schein?

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In Stuttgarts Straßen sammelt sich augenscheinlich der Sperrmüll auf den Straßen. Misten die Leute in der Corona-Zeit mehr aus als üblich? Oder trügt der Schein?

Ein Bild, das vor wenigen Wochen entstanden ist: Sperrmüll in der Schwabstraße im Stuttgarter Westen. Foto: /Julian Kares
Ein Bild, das vor wenigen Wochen entstanden ist: Sperrmüll in der Schwabstraße im Stuttgarter Westen. Foto: /Julian Kares

Stuttgart - Home-Office, Kurzarbeit, die Kneipe hat zu: Das Coronavirus zwingt die Menschen weiterhin, mehr Zeit im eigenen Heim zu verbringen. Fällt da der Blick öfter auf die zu wuchtige Kommode oder den ausgefransten Korbstuhl, der Löcher in die Jogginghose reißt? Es scheint so, als ob die Stuttgarter ihr unbrauchbares Mobiliar vermehrt auf die Straße stellen. Aber melden die Leute in der Corona-Zeit tatsächlich mehr Sperrmüll an?

Die Antwort kann die Abfallwirtschaft der Stadt ganz nüchtern mit den Zahlen der Anträge liefern. Die Statistik der vergangenen beiden Monaten sagt Folgendes aus: Im März dieses Jahres gab es 4161 Anträge, im Jahr 2019 waren es im gleichen Monat 32 Anfragen (4193) mehr.

Neun Aufträge mehr im Jahr 2020

Auch im April sind die Zahlen nahezu identisch. In diesem Jahr gab es 4369, im April 2019 gingen 4328 Sperrmüllaufträge ein – und damit 41 weniger als im vergangenen Monat. Das macht somit im März/April 2020 neun Aufträge mehr als im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019.

Erfahrungsgemäß wird der meiste Sperrmüll in den Stadtteilen Stuttgart-Mitte und Süd, West, Nord und Bad Cannstatt beantragt.

Lesen Sie hier: So entsorgen Sie Sperrmüll richtig

Doch es könnte einen Grund geben, warum der Sperrmüll sichtbarer zutage tritt: Die Regeln der Abfallwirtschaft werden nicht eingehalten. Diese sagen nämlich aus, dass nur Dinge bereitgestellt werden sollen, die auch angemeldet sind – maximal drei Kubikmeter.

Außerdem soll der Sperrmüll frühestens am Vortag der Abholung rausgestellt werden, nicht bereits Tage zuvor. Am Abfuhrtag sollte das aussortierte Zeug bis 6.45 Uhr in die Nähe einer vom Müllwagen befahrbaren öffentlichen Straße gestellt werden – keinesfalls auf Privatgelände oder öffentlichen Grünflächen.

Wer nicht weiß, wie welcher Müll entsorgt wird, kann das übrigens im Abfall-ABC der Stadt nachschlagen. Die Seite gibt es unter diesem Link.

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