Sperrung der A8 Das große Verkehrschaos bleibt aus

Von Philipp Braitinger 

Ein befürchteter Megastau in Geislingen hat sich trotz Sperrung der A8 in Richtung München und einem eingeschränkten Bahnverkehr nicht entwickelt. Trotz Ankündigung waren viele Autofahrer und Bahnkunden von der Sperrung überrascht.

  Foto: SDMG
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Stuttgart - Es hätte schlimmer kommen können. An der Kreuzung der B466 und der B10 sorgten die roten Ampelphasen in Geislingen für ein wenig Rückstau. „Als wir von der Autobahn runter waren, ging es einigermaßen voran“, erklärt Heiko Beltz (38), der von der Sperrung der Autobahn überrascht wurde und in Geislingen an der roten Ampel warten muss. Seinen privaten Termin in Ulm hat er bereits um eine Stunde verschoben. „Das Smartphone macht’s möglich.“ Ebenfalls an der Ampel warten muss die 64-jährige Heidemarie Beier. Sie fahre regelmäßig durch Geislingen. „Da ist man Stau gewohnt“, sieht sie es gelassen. Aber besser wäre es natürlich schon, wenn alles etwas flüssiger ginge.

Wegen einer Sperrung der A8 in Fahrtrichtung München zwischen den Anschlussstellen Mühlhausen und Hohenstadt aufgrund von Bauarbeiten für die Filstalbrücke des Bahnprojekts Stuttgart 21 wurde der Verkehr über die B466 nach Geislingen und von dort über die B10 Richtung Ulm umgeleitet. Noch bis Montag, 25. März, 6 Uhr, als auch von Freitag, 5. April, 22 Uhr, bis Montag, 8. April, 6 Uhr, wird der Verkehr in Mühlhausen ausgeleitet und über die B 466 und die B 10 bis zum Kreuz Ulm-West umgeleitet. Die Autobahn in Fahrtrichtung Stuttgart ist von den Sperrungen nicht betroffen.

Brücke soll Ende 2021 fertig sein

Die Umleitung Richtung Ulm führt direkt durch Geislingen. Viel Autoverkehr ist die Stadt jedoch gewohnt. Besonders während des Berufsverkehrs walzen sich regelmäßig lange Blechlawinen durch den Ort. Am Samstagmittag war es dagegen vergleichsweise ruhig in der Stadt. „Es gibt nichts Ungewöhnliches“, bestätigt die Polizei in Ulm. Lediglich auf der A8 gebe es vor der Ausleitung einen wachsenden Stau, der am frühen Nachmittag acht Kilometer lang war. Auf der Umleitungsstrecke fließe der Verkehr aber weitgehend.

Die Bahn und das Regierungspräsidium teilen mit, dass das Schutzgerüst über der A8 bis zur Fertigstellung der Filstalbrücke aufgebaut bleibt. Die Brücke soll Ende 2021 fertig sein. Wegen des Gerüsts sind die Fahrstreifen in Richtung München auf einer Länge von rund 400 Metern eingeengt. In diesem Bereich ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 60Stundenkilometer beschränkt. Ferner bleibt der Parkplatz Eselsteige gesperrt.

Fahrgäste müssen auf Busse umsteigen

Neben den Autofahrern waren auch die Zugfahrer am Wochenende in Geislingen vor Überraschungen nicht sicher. Mit ungläubigem Blick studiert Anita Geist die Anzeigetafel. „Zug endet hier“ oder „Dieser Zug wird ab Beimerstetten durch einen Bus ersetzt“, ist dort zu lesen. „Ich habe eine Zeit ausgemacht“, sagt die 53-Jährige verärgert, die noch nach Illertissen zu einem Familientreffen möchte. Nun werde es wohl später, meint sie. Die Züge der RB-Linien von Stuttgart oder Geislingen nach Ulm verkehren zwischen Beimerstetten und Ulm überhaupt nicht. Die Fahrgäste müssen auf Busse umsteigen. Sie ist an diesem Tag nicht die einzige Kundin, die im DB-Reisezentrum nach Rat fragt. Auch Matthias Kleet wurde von der Streckensperrung überrascht. „Wenn es einen Busersatzverkehr gibt, ist es ja ok“, sagt er gelassen. Und immerhin gebe es am Bahnhof eine Mitarbeiterin, die Auskunft gebe, erkennt der 33-Jährige an.

Arbeiten an Gleisen, Weichen, an der Oberleitung und einer Brücke auf dem Streckenabschnitt zwischen Eislingen und Ulm-Örlingen sowie im Ulmer Hauptbahnhof führen bis Ende März im Filstal zu Einschränkungen im Zugverkehr.