Sperrung der Scharnhauser Straße Der ADFC drückt aufs Tempo

Die Scharnhauser Straße soll künftig Radfahrern vorbehalten sein. Foto: Torsten Schöll

Die Fahrradlobby drückt bei der Sperrung der Scharnhauser Straße aufs Tempo. Der Straßenabschnitt zwischen Plieningen und Ostfildern soll Fahrradfahrern und ÖPNV vorbehalten sein – als direkte Folge der Eröffnung der neuen Südumfahrung Plieningen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) macht Druck, dass die gerichtlich verfügte Sperrung der Scharnhauser Straße in Plieningen „unverzüglich“ umgesetzt wird. Eine entsprechende Forderung an die Stadt hat der Stuttgarter Kreisverband des ADFC jetzt an OB Nopper und den Gemeinderat adressiert.

 

Die Umstufung ist seit 1. April 2024 wirksam

Auf Grundlage eines gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens ist die Umstufung inklusive der Teileinziehung der Scharnhauser Straße (L1192) zwischen Ortsende Plieningen und der Stuttgarter Gemarkungsgrenze seit 1. April 2024 wirksam. Für den Autoverkehr gesperrt ist der Straßenabschnitt zwischen Plieningen und Ostfildern freilich deshalb noch lange nicht. Das sorgt jetzt für reichlich Unmut bei der Fahrradfahrerlobby. Künftig sollen auf der Straße nur noch Fahrräder, der ÖPNV sowie landwirtschaftlicher Verkehr unterwegs sein dürfen. Die Sperrung ist eine direkte Folge der Eröffnung der neuen Südumfahrung Plieningen. „Für die verzögerte Umwidmung der Straße haben wir keinerlei Verständnis“, unterstreicht der Vorsitzende des ADFC Kreisverbands, Tobias Willerding. „Wir hoffen, dass die Sperrung für den Autoverkehr jetzt schleunigst umgesetzt wird.“ Die Stadtverwaltung hatte die Verzögerung mit Abstimmungen mit der Stadt Ostfildern und dem Landkreis Esslingen begründet. Zuletzt hatte die Stadt angekündigt, dass die Sperrung für Frühjahr geplant sei. Ein genauer Termin wurde nicht genannt.

Der ADFC rechnet mit weniger Autoverkehr in Plieningen

„Einen Radweg gab es dort nie, sodass bislang die Radfahrerinnen und Radfahrer entweder im Mischverkehr mit den Autos fahren oder die umwegigen und bekanntermaßen oft verschmutzten Feldwege benutzen müssen“, erklärt Willerding. Der ADFC erwartet durch die Maßnahme auch weniger Autoverkehr in der Plieninger Ortsmitte.

Tatsächlich hatte ein im Zusammenhang mit dem Bau der Südumfahrung Plieningen erstelltes Gutachten 2019 für das Prognosejahr 2030 ergeben, dass durch die Sperrung der Scharnhauser Straße dort innerorts täglich bis zu 8400 sowie in der Filderhauptstraße bis zu 3300 Kraftfahrzeuge weniger verkehren würden. Umgekehrt erwarten die Verkehrsplaner durch Südumfahrung und Sperrung in der Bernhauser Straße ein Plus von 5100 Kraftfahrzeugen sowie auf der mittleren Filderlinie täglich eine Zunahme von 1500 bis zu 3100 Kraftfahrzeugen. 2024 hatten Plieninger Bürger mit Unterstützung der Freien Wähler eine Online-Petition gegen die Sperrung initiiert. Nach eigenen Angaben wurden damals gut 2200 Unterschriften an die Stadtverwaltung übergeben.

Weitere Themen