Damit auf der Stadtbahnlinie der U1 künftig 80-Meter-Züge fahren können, muss die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) zwölf Hochbahnsteige verlängern. Ganz oben auf der SSB-Agenda steht der Hochbahnsteig am Uff-Kirchhof. Dort haben die Arbeiten begonnen.
Pendelbusse von Sperrung betroffen
Das Problem: Während der Pfingstferien muss die Waiblinger Straße (Alte B 14) stadteinwärts gesperrt werden. In diesem Zeitraum kann die Ersatzbuslinie der Deutschen Bahn, die ab dem 12. Mai zwischen Waiblingen und dem Cannstatter Bahnhof über die Alte B 14 im 5-Minuten-Takt pendeln soll, deshalb nicht wie geplant fahren.
Die SSB und Verwaltung haben den Bezirksbeirat über folgende Ausweichrouten informiert: Lastwagen sollen – wenn möglich – den Weg über die Höhenstraße in Fellbach und die Schmidener Straße in Richtung Neckartalstraße wählen. Die Route für Autofahrer verläuft über die Melanchthonstraße, Gnesener Straße und die Schmidener Straße in Richtung Cannstatter Innenstadt.
18 Meter lange Gelenkbusse
Die von der Bahn eingesetzten Gelenkbusse können vom Platz her die Umleitungsstrecke der SSB zum Bahnhof Bad Cannstatt befahren, heißt es bei der Stadt. Da die Bahn einen Haltepunkt in der Nürnberger Straße anfahren müsse, käme deshalb für die 18 Meter langen Busse eine Route über die Nürnberger Straße, Melanchthonstraße, Gnesener Straße, Schmidener Straße, Schönestraße und Mercedesstraße in Betracht. Eigentlich alternativlos. Dennoch hat die Bahn noch keine Entscheidung getroffen. „Sie wird auch von den Fahrzeiten beziehungsweise den Fahrzeitverlusten auf der Umleitungsstrecke abhängig sein“, sagt eine Stadtsprecherin.
Bahn will Verkehr beobachten
„Die Entwicklung der Busrouten für die Ersatzverkehre ist ein dynamischer Prozess“, sagt eine Bahnsprecherin auf Nachfrage unserer Zeitung. Dabei würde die Bahn die Planung mit zunehmenden Informationsstand anpassen, natürlich auch in Bezug auf Baustellen auf den bevorzugten Routenverläufen. Ebenso werde die Bahn den Verkehr ab dem 12. Mai beobachten und bei Bedarf nachsteuern.
FDP übt harsche Kritik
„Ausgerechnet während der Bahn-Sperrung wird eine zentrale Verbindungsstraße in Bad Cannstatt für zwei Wochen für den Verkehr dicht gemacht“, kritisiert Friedrich Haag, Stuttgarter FDP-Landtagsabgeordneter, den Zeitplan und offenbar die fehlende Absprache. „SSB und Deutsche Bahn scheinen von den Plänen des anderen nichts gewusst zu haben – anders lässt sich diese fatale Überschneidung nicht erklären“, so Haag.
Allerdings gibt es beim Kreisverkehr in der Teinacher Straße vor dem Hotel ein weiteres Problem. Er ist seit einigen Wochen wegen Arbeiten der Netze BW nur in stadtauswärtiger Richtung befahrbar. Autofahrer, die über die Schmidener Straße nach Bad Cannstatt unterwegs sind, müssen am Kreisel einen Umweg über die Hofener Straße (ampelgesteuert) in Kauf nehmen. Gleiches würde für die Gelenkbusse der Bahn gelten. Deshalb wurde mit der Netze BW vereinbart, dass der Kreisverkehr zu den Pfingstferien und für die zwei Wochen befahrbar hergestellt wird. Denn laut Tiefbauamt dauern die Arbeiten dort bis zu den Sommerferien.