Spezielle „Seminare“ im Großraum Stuttgart Trio soll Teilnehmern psychedelische Drogen angeboten haben

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Drei Männer sollen in den vergangenen Monaten Seminare im Großraum Stuttgart veranstaltet haben, bei denen sie psychedelische Drogen angeboten haben sollen. Eine Teilnehmerin erlitt gesundheitliche Probleme und schaltete die Polizei ein.

Die drei Verdächtigen sollen bei Seminaren psychedelische Drogen verteilt haben. (Symbolbild) Foto: imago images / Panthermedia/Spectral
Die drei Verdächtigen sollen bei Seminaren psychedelische Drogen verteilt haben. (Symbolbild) Foto: imago images / Panthermedia/"Spectral"

Münsingen - Drei Männer im Alter von 35, 36 und 37 Jahren stehen im Verdacht, Seminare veranstaltet zu haben, bei dem sie verbotene, psychedelische Substanzen an die Teilnehmer ausgegeben haben sollen. Die Ermittler waren den drei Verdächtigen auf die Schliche gekommen, als eine Teilnehmerin nach dem Konsum der gereichten Substanzen unter erheblichen, gesundheitlichen Problemen gelitten hatte und sich an die Polizei wandte. Die Ermittler schlugen schließlich bei einem Seminar in Münsingen (Kreis Reutlingen) zu und verhafteten das Trio.

Wie die Beamten berichten, veranstalteten die drei Beschuldigten offenbar mehrtägige Seminare, bei denen den Teilnehmern Substanzen zum Konsum angeboten wurden, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen - angeblich zum Zweck der Heilung von Seele und Geist.

Ähnliche Wirkung wie LSD

Nachdem sich besagte Teilnehmerin der Polizei anvertraut hatte, starteten die Beamten ihre Ermittlungen. Dabei fanden sie heraus, dass den Teilnehmern bei derartigen Veranstaltungen offenbar regelmäßig dimethyltryptaminhaltige Pflanzenteile und Froschgiftsekrete zum Konsum gereicht wurden. Die nach dem Betäubungsmittelgesetz verbotenen Wirkstoffe „DMT“ und „5-Meo-DMT“ sind den Halluzinogenen zugeordnet und wirken ähnlich wie LSD.

Die Nebenwirkungen solcher Drogen sind alles andere als harmlos. Im Drogenrausch können die Konsumenten Panik- und Angstattacken, Orientierungs- und Bewusstlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen erleiden. Als Nebenwirkungen des Tiersekrets werden darüber hinaus Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und Krampfanfälle beschrieben.

Verdächtige gehen erfindungsreich und konspirativ vor

Das Trio soll laut Polizei bei der Organisation solcher Seminare äußert erfindungsreich und konspirativ vorgegangen sein. Bei nicht eingeweihten Interessenten entstand teilweise der Eindruck, dass sie sich zu einer Art Wellnessaufenthalt anmelden.

Der genaue Veranstaltungsort wurde bei der Bewerbung nicht genannt, erst als sich die Interessenten angemeldet und eine Anzahlung geleistet hatten, erfuhren sie in geschlossenen Chatgruppen, wohin sie genau anzureisen hatten. So sollen schon einige solcher Veranstaltungen im Großraum Stuttgart stattgefunden haben.

Auf frischer Tat ertappt

Die Polizeibeamten konnten ermitteln, dass am 9. Oktober 2020 in Münsingen ein weiteres Seminar abgehalten werden sollte. Bei Seminarbeginn schlugen die Ermittler schließlich zu. Die drei Verdächtigen, die aus Baden-Württemberg, Bayern und dem Ausland kommen, wurden vorläufig festgenommen. In den Räumen wurden mehrere Liter Ayahuasca-Tee und Froschgiftsekrete sowie Tüten und Behältnisse unbekannten Inhalts aufgefunden und beschlagnahmt. Diese Stoffe und weitere Substanzen, die teilweise in den Wohnungen der Beschuldigten aufgefunden wurden, werden nun untersucht.

Die Ermittlungen zum Umfang des gewerbsmäßigen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln dauern an. Bis sich die Beschuldigten gegebenenfalls gerichtlich verantworten müssen, befinden sie sich auf freiem Fuß.

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