Spiel gegen einen Schachmeister Auf stolze 15 Minuten folgt der Nackenschlag

Zu diesem Zeitpunkt war für unseren Mitarbeiter Cedric Stedler (rechts) die Schachwelt noch in Ordnung, wenig später setzte ihn Letong Zhong schachmatt.Foto: Günter Bergmann Foto:  

Unser Mitarbeiter Cedric Stedler wollte im Selbstversuch wissen, wie weit er einem möglichen Schach-Großmeister von morgen Paroli bieten kann.

Ich setzte mich gemeinsam mit Letong Zhong vom erfolgreichen U-16-Team der Stuttgarter Schachfreunde an ein Brett. Meine letzte Erfahrung im Schach lag über zehn Jahre zurück, die Regeln sind mir grob bekannt. Umso überraschter war ich, dass ich mich – zumindest gefühlt – gar nicht so schlecht gegen Letong schlug. Ein Trugschluss, wie sich später zeigen sollte. Mit den weißen Schachfiguren eröffnete ich die Partie, Letong reagierte mit Schwarz. Einen Plan hatte ich mir nicht überlegt, mir war keine Strategie im Schach bekannt.

 

Mein Gegenüber wirkte keineswegs übermütig oder arrogant, sondern wählte jeden seiner Züge äußerst überlegt. Ab und zu grinste er amüsiert, aber stets respektvoll, über meine Spielweise. Auch ich musste lachen, denn ich starrte nicht nur einmal ratlos auf das Schachbrett und wusste nicht, wie ich weiterspielen sollte, welcher Zug passend wäre. Umso erstaunlicher war es für mich, dass ich nach rund zehn Minuten überhaupt noch im Spiel war. Doch mit jeder weiteren Minute standen weniger weiße Figuren auf dem Feld. Letong nutzte eine Unaufmerksamkeit nach der anderen aus – ich ärgerte mich jedes Mal über die eigentlich so offensichtlichen Fehler meinerseits. „Jetzt rechnet er“, bemerkte unser Zuschauer, Trainer Gerhard Lorscheid, nachdem ich mit meinem Turm mutig Letongs letzte Linie angriff. Gemeint war, dass mein Gegner bereits mehrere Züge vorausdachte.

Turm wird eingeschlossen

Tatsächlich gelang es ihm, meinen Turm einzuschließen und zu schlagen. Nach 15 Minuten war es schließlich vorbei: Ich war schachmatt. Wie es sich beim Schach gehört, gratulierte ich meinem Kontrahenten per Handschlag. Dem Stolz, so lange Zeit mitgespielt zu haben, folgte die schnelle Ernüchterung. Letong machte mir klar, dass ich bereits nach den ersten Figuren, die ich verloren hatte, aufgeben hätte können. Mir wurde bewusst: Die Jungs sind richtig gut und nicht ohne Grund Deutscher Meiser. Um ein würdiger Gegner für Letong und seine Mitspieler zu sein, muss ich wohl noch etwas üben.

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