Die 19-jährige Offensivspielerin liefert für den Oberliga-Spitzenreiter seit Beginn der Rückrunde Tore am Fließband. Für ihre Leistungsexplosion hat sie eine einfache Erklärung.
Vier Spieltage vor Schluss scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann die Fußballerinnen des FSV Waldebene Stuttgart-Ost den Aufstieg in die Regionalliga perfekt machen und auch den Titel einheimsen. Nachdem zur Halbzeit der Rückstand auf den damaligen Klassenprimus Karlsruher SC II ( nicht aufstiegsberechtigt, weil die erste Mannschaft in der Regionalliga spielt) sieben Punkte betrug, hat man die Badenerinnen inzwischen längst überholt – jene sind mit vier Punkten Abstand nur noch im Rückspiegel zu sehen. Der Vorsprung auf den aufstiegsberechtigten SV Alberweiler beträgt sechs Zähler. Dazu trägt beim Waldebene-Team seit der Winterpause vor allem auch Ema Kerqota bei. Zuletzt beim 5:1-Heimsieg über den TSV Neuenstein traf sie dreimal. Auch deshalb ist sie unsere Spielerin der Woche.
Ihr persönlicher Saison-Torzähler steht aktuell bei neun. Sieben davon hat die 19-jährige Kerqota in den vergangenen fünf Spielen erzielt. Woher rührt die „Torexplosion“? Laut der Ost-Ballerfrau liegt es am „mittlerweile erlangten Wohlfühlcharakter“. Denn vor der Saison war vieles neu. Sie wechselte nach zwei Spielzeiten Regionalliga vom SV Hegnach auf die Waldebene, weitere Spielerinnen kamen – und in Manuel Strobel auch ein neuer Trainer. „Wir haben uns zwar alle gleich gut verstanden und ich wurde auch gut aufgenommen, aber alles musste noch zusammenwachsen; wir mussten uns vor allem auf dem Feld erst kennenlernen“, sagt Kerqota.
Nach einem Stolperstart – nur ein Punkt aus den ersten drei Spielen – griffen die Mechanismen dann doch recht schnell. „Nach der Winterpause passt nun alles super, ich fühl’ mich pudelwohl, was sich auch auf mein Spiel auswirkt, auch in Tore“, sagt die Angreiferin. Erwähnt muss aber auch werden, da legt Kerqota großen Wert darauf: „Ich werde oft von Franka Zimmerer bombe bedient und muss nicht mehr viel machen, um zu treffen.“
Anzutreffen ist die 19-Jährige, die seit ihrer Kindertage Lionel Messi und Neymar „super findet“ und deshalb FC-Barcelona-Fan ist, entweder ganz vorne im Sturm oder auf dem Flügel. Ihre Stärke sei im Eins-gegen-Eins, aber auch ihre Schnelligkeit, sagt sie. Sowieso liebt die aus Göppingen kommende Kerqota die Schnelligkeit, das Tempo. Auch bei ihrer Leidenschaft: schnelle Autos. Ihr Favorit: „Ein Mercedes AMG GT 63“, sagt sie lachend. Und ihre Leidenschaft will sie auch zum Beruf machen. Aktuell macht sie ihr Fachabitur und plant dann eine Ausbildung zur Automobil-Kauffrau.
Zuvor steht aber noch der Aufstieg mit der Waldebene an. Das sei ihr Ziel gewesen, als sie im Sommer zum FSV gewechselt ist. Und sie ist sehr zuversichtlich, dass „wir das auch tatsächlich schaffen“. Je schneller, desto besser. Hilfreich wäre dabei der nächste Sieg – gleichbedeutend dann mit dem neunten in Serie – am Sonntag (13 Uhr) beim Hegauer FV. Sie hoffe, „der Mannschaft wieder helfen zu können, vielleicht wieder mit einem Tor“. Für die kommende Runde, dann wie gesagt höchst wahrscheinlich in der Regionalliga, hat Ema Kerqota bereits zugesagt.