Spielflächen für Stuttgarter Kinder Stadt will Sandkästen auf Plätzen

Das Spielmobil war wieder unterwegs und hat  Station in Möhringen gemacht. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Das Spielmobil war wieder unterwegs und hat Station in Möhringen gemacht. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Abstand halten! Selbstverständlich. Doch dann reichen die Spielplätze nicht aus für Stuttgarts Kinder. Deshalb will die Stadt mehr Spielflächen für Kinder und Jugendliche auf öffentlichen Plätzen schaffen.

Stuttgart - Seitdem die Spielplätze in der Landeshauptstadt wieder geöffnet sind, hat sich das Motto für die Stuttgarter Kinder und Jugendlichen von „Wir bleiben zuhause“ zu „Wir dürfen raus – aber zu bestimmten Regeln“ geändert.

Eine dieser Corona geschuldeten Regeln lautet: Spielen ja – aber immer schön Abstand halten. „Wenn wir das aber von den Kindern verlangen, dann reichen die Spielplätze schlicht nicht mehr für alle Kinder aus“, sagt die Kinderbeauftragte der Stadt Stuttgart Maria Haller-Kindler. „Darum müssen wir dafür sorgen, dass die Kinder sich bewegen können – und gleichzeitig die Regeln beachten können“. Zumal derzeit mehr Kinder noch als sonst draußen spielen, da die Kitas und Schulen noch nicht im vollen Umfang wieder geöffnet haben und weil in den Pfingst- und Sommerferien mehr Kinder als sonst in der Stadt bleiben werden.

Manchmal hilft ein einfacher Etikettenwechsel

Also muss mehr Spielfläche her. Doch woher nehmen, vor allem in der Kürze der Zeit? Haller-Kindler versucht Schritte zu gehen, die gleichzeitig möglichst unbürokratisch und möglichst effektiv sind. Der erste Schritt ist bereits vollzogen: Die Kinder- und Jugendhäuser sowie Jugendfarmen sind bis jetzt noch geschlossen – doch bei vielen dieser Einrichtungen ist der Außenbereich als Spielplatz wieder geöffnet.

Seit Freitag ist zudem der Mobifant wieder unterwegs: Bisher durfte er – da Veranstaltungen nicht erlaubt sind – keine Orte ansteuern und sein Spielsachen auspacken. Nun aber wird der Mobifant kurzerhand als „temporärer Spielplatz auf Plätzen“ etikettiert – und darf somit in verschiedenen Stadtteilen im Einsatz sein. „Anders als früher fährt er aber keine Spielplätze an, sondern nur Plätze – wir wollen den Spielraum ja vergrößern“, sagt Haller-Kindler.

Auf Stuttgarter Plätzen sollen mehr Spielflächen geschaffen werden

Auf schon bestehenden Flächen, die auch zum Spielen genutzt werden können wie klassischen Spielstraßen und verkehrsberuhigten Zonen wolle man zudem für besseren Schutz der Kinder sorgen. Seit Donnerstag hängen an 15 großen Brücken in der Stadt Banner mit der Aufschrift „Bitte Vorsicht! Kinder spielen auf der Straße“. „Wir überlegen zudem, zusätzliche Aufsteller in den verkehrsberuhigten Zonen aufzustellen, die den Autofahrer darauf aufmerksam machen sollen, dass sie an solchen Stellen immer, aber derzeit ganz besonders Rücksicht nehmen sollen“, sagt Haller-Kindler. Auch die temporären Spielstraßen, die die Stadt seit 2018 einrichtet, wird es wieder geben.

Ein weiterer großer Schritt ist die Schaffung von mehr Spielflächen auf Stuttgarter Plätzen. Bereits in der vergangenen Woche wurden die Regionalen Trägerkonferenzen, also die Abgeordneten verschiedener Träger, die mit Kinder- und Jugendarbeit zu tun haben, angeschrieben und um Vorschläge gebeten, welche Plätze geeignet sind, um weitere Spielfläche zu schaffen. Zudem wurde auf städtischer Ebene eine Arbeitsgruppe gebildet, in der etwa Mitarbeiter aus dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt oder dem Amt für öffentliche Ordnung angehören. Diese prüft, welche von diesen Ideen machbar sind – und setzt diese dann auch gleich um, damit sie den Kindern nach den Pfingst- und bis nach den Sommerferien zur Verfügung stehen. Das können Markierungen für ein Hüpfspiel, ein Rollerparcours oder ein Sandspielplatz sein. „Es soll einfach umzusetzen und wieder zu entfernen sein“, sagt Haller-Kindler. Sie betont, wie wichtig Bewegung und soziale Kontakte für Kinder sind und bittet um gegenseitige Rücksichtnahme: „Die Kinder sollen Rücksicht auf Großeltern nehmen, aber dann rufen Anlieger an, wenn Kinder laut sind. Da möchte ich um mehr Verständnis werben“, sagt sie.




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