Spielplan der Stuttgarter Oper Meistersinger am Eckensee

Cornelius Meister wird sich am Ende der Saison von Stuttgart verabschieden. Foto: Staatsoper Stuttgart

Wagner, Janacek, Puccini: Das hört der Musikfreund immer gern. Doch ganz auf Spektakel wird auch in Zukunft in der Stuttgarter Oper nicht verzichtet werden.

Kultur: Tim Schleider (schl)

Dem anspruchsvollen Stammpublikum Oper auf internationalem Niveau bieten, das Haus aber auch über die Grenzen des klassischen Milieus hinaus zum Stadtgespräch machen: Das gelingt Intendant Viktor Schoner seit dem tiefen Einschnitt der Corona-Jahre bemerkenswert gut. Und deshalb fährt er mit seiner Strategie auch konsequent fort: Wenn zum Auftakt der Saison Ende September die Popsängerin Larissa Sirah Herden (alias Lary) als Nina Simone und der Bühnentroll Lars Eidinger als Frank Sinatra eine musikalische Performance unter dem Motto „I did it my way“ anbieten (Regie: Ivo van Hove), wird das ganz sicher ebenso für Aufsehen sorgen wie gleich danach die fünf Vorstellungen, in denen Florentina Holzinger ihre feministische „Sancta“-Messe zurück nach Stuttgart bringt. Aber Obacht: Bitte im Zweifel das Riechsalz nicht vergessen!

 

Das Publikum muss keine Angst haben

Doch eingangs erwähntes Stammpublikum muss keine Angst haben: Gleich am 9. November geht es in den klassischen Werkkanon: mit Leos Janaceks zauberhafter Mensch-Tier-Parabel „Die schlaue Füchsin“, für die der aus Stuttgart stammende Regisseur Stephan Kimmig wieder einmal in seine alte Heimat kommen wird. GMD Cornelius Meister wird derweil in seiner Abschiedssaison zweimal die musikalische Leitung in einer Neuproduktion haben: am 29. März in den „Dialogues des Carmélites“ von Francis Polenc (Regie: Ewelina Marciniak) und bereits am 7. Februar – Achtung, Großprojekt! – in Richard Wagners „Meistersingern von Nürnberg“ (Regie: Elisabeth Stöppler). Und wem das an klassischem Opernstoff noch nicht genug ist: Zum Abschluss der Saison führt Anna-Sophie Mahler Regie in Giacomo Puccinis Blockbuster „Turandot“ – Ende (Achtung, Doppelsinn!) offen.

Mit größter Erwartung darf man zweifellos der Uraufführung in dieser Saison entgegensehen: In ihrer „Mixtape-Oper“ namens „Station Paradiso“ beschäftigt sich die kroatische Komponistin Sara Glojnaric mit jener Musik, die die so genannten Gastarbeiter seit Ende der 1950er Jahren aus ihrer Heimat auf dem Balkan, in Griechenland oder der Türkei mit nach Deutschland brachten. Was für ein spannendes Projekt in der Migranten-Metropole Stuttgart! Die Stadt wird auch hier viel Gesprächsstoff bekommen.

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