Viel Spaß haben größere Kinder auf dem Kletterturm in Stetten, der einem Elefanten gleicht. Foto: Natalie Kanter
Die Sommer werden immer heißer, die Kitas schließen immer früher: Da ist es gut zu wissen, auf welchen Spielplätzen sich die Kids an heißen Tagen vergnügen und abkühlen können. Ein Blick nach Leinfelden-Echterdingen.
Am besten abgeschnitten hat für uns der Spielplatz Etzweide am Leinfelder Waldfriedhof. Denn dort gibt es richtig viele Spielgeräte. „Hier findet jeder etwas“, sagt meine Tochter, die hier richtig viel Spaß hat, obwohl sie aus dem Spielplatzalter fast schon herausgewachsen ist. Sie ist von beiden Seilbahnen, die direkt nebeneinander laufen, richtig begeistert. Auf der Netzschaukel stehend, probiert sie aus, ob man damit in den Himmel fliegen kann. „Das ist schon cool“, ruft sie mir zu. Ich sitze, wie die anderen Eltern, auf einer der Bänke, die allesamt im Schatten liegen.
Zwei Seilbahnen und viele Bäume finden sich am Spielplatz am Leinfelder Waldfriedhof. Foto: Natalie Kanter
Vom nahen Wald kommt auch an diesem heißen Sommertag eine erfrischende Brise. Auch Teile der Sandfläche liegen im Schatten. Dort hat eine junge Mutter für sich und ihr kleines Mädchen eine Decke ausgebreitet. Allerdings ist der kleine und große Kletterturm der prallen Mittagshitze ausgesetzt, genauso wie der Bolzplatz, der auch einen sehr harten Belag aufweist. „Wer hier hinfällt, hat blutige Knie“, stellt meine Tochter fest. Wasser gibt es leider nicht, genauso wenig wie eine Babyschaukel. Zwischen dem Bolzplatz und dem Kletterturm stehen dafür jede Menge echte Bäume, auf die man auch klettern kann.
Der Spielplatz erhält von uns vier von fünf Sternen.
Der Familienfreundliche: Spielplatz am Gräbleswiesenweg (Stetten)
Ganz weit oben in unsere Bewertung hat es auch der Spielplatz am Gräbleswiesenweg in Stetten geschafft, der für die ganze Familie geeignet ist. Kleinkinder und ihre Eltern finden hier Schatten unter alten Bäumen. Auf einer großen Wiese bietet sich Platz zum Toben. Direkt neben dem Sandkasten fördert eine Pumpe Wasser aus dem Grund, ideal für die Kleinen, um matschen zu können. Aus dem Spielhäuschen lässt sich prima Sand-Eis verkaufen. Eine Fisch-Rutsche darf erkundet werden.
Diese Fisch-Rutsche in Stetten richtet sich an kleine Besucher. Foto: Johanna Kanter
Die großen Geschwister freuen sich über den Kletterturm, der einem Elefanten gleicht. Nur die Bahn der Röhrenrutsche wird in der Sonne zu heiß für ein schmerzfreies Vergnügen. „Ich finde es hier super“, sagt Senta Wolkenstein. „Tolle Spielgeräte unter altem Baumbestand – was will man mehr“, findet sie. Und setzt nach: „Hier findet jeder was“. Ihre Kinder sind neun, sechs und zwei Jahre alt. Nur eine Schaukel für größere Kinder fehle, sagt sie. Und fügt an: „Klar, die Sonne wandert. Die Kinder brauchen Sonnenschutz und müssen eingecremt sein.“ Auch Manfred Bußkönning kommt mit seinen Enkeln gerne hier her. „Der Platz ist gut eingerichtet“, sagt er. Wenngleich ein Sonnensegel über dem Sandkasten auch nicht schlecht wäre.
Dieser Spielplatz erhält von uns ebenfalls vier von fünf Sternen.
Der Erfrischende: Spielplatz Charlottenweg (Echterdingen)
Angenehm kühl dank vieler Bäume ist es auch an dem Spielplatz Charlottenweg in Echterdingen. Wenngleich es beim Spielgeräteangebot Luft nach oben gibt: Eine Wippe, eine Drehscheibe und seit kurzem ein Sandkasten – das ist nicht üppig. Bei den Kindern beliebt ist das im Boden eingelassene Trampolin, das aber in der prallen Sonne liegt. „Das Trampolin zu beschatten ist nahezu unmöglich und wirtschaftlich nicht zielführend“, sagt Andrea Egner, Amtsleiterin bei der Stadt. Durch das Hüpfen wäre ein viel zu hoher Freiraum bis zum Segel erforderlich. Abkühlung ist dennoch nicht weit: Eis und kühle Getränke gibt es nebenan in der Eisdiele Zuckerschlecken. Die Kugel ist mit 1,50 Euro vergleichsweise günstig. Auch bei Erwachsenen ist das kühle Plätzchen beliebt – als schöner Ort, um die Mittagspause zu verbringen.
Unsere Bewertung für diesen Spielplatz sind drei von fünf Sternen.
Der Heiße: Spielplatz am Ziegelrain (Echterdingen)
Gar nicht warm werden meine Tochter und ich mit dem Spielplatz am Ziegelrain in der Echterdinger Gartenstadt, der für größere Kinder eher nicht geeignet ist. Schatten ist dort Mangelware. Allein ein kleines Dach über der Sandfläche und die Plattform des Spieleturms schützen vor der Sonne. Die Stadt hat dort zu Jahresbeginn einen Baum gepflanzt, der aber erst in einigen Jahren richtig Schatten werfen wird.
Das Trampolin in Echterdingen ist beliebt, liegt aber in der Sonne. Foto: Natalie Kanter
Eine Babyschaukel fehlt, die anderen Schaukeln sind unbequem, sagt meine Tochter. Siglinde Strauß, die gleich ums Eck wohnt, kommt trotzdem gern hier her, wenn sie Besuch von ihren Enkeln hat. „Der Spielplatz ist nicht so voll wie andere. Die Leute, die hier her kommen, sind angenehm“, sagt sie. Bloß ohne Schuhe, würde sie hier nicht laufen. „Der Klee ist voller Bienen“, sagt sie.
Dieser Spielplatz ist für Anwohner ok – ansonsten zwei von fünf Sternen.
Gerne hätten wir auch den Mammutspielplatz im Neubaugebiet Schelmenäcker getestet. Er ist aber noch nicht geöffnet. „Insbesondere im nördlichen Bereich sind noch Baumaßnahmen zu Gange, weshalb wir keinen sicheren Zuweg zum Spielplatz anbieten können“, sagt Andrea Egner. Zum Thema Sonnenschutz erklärt sie generell: „Unseres Wissens sind Kommunen nicht verpflichtet, auf Spielplätzen für Sonnenschutz zu sorgen.“ Auf den meisten Plätzen stünden aber Bäume. Rutschen werden in Richtung Norden ausgerichtet, sodass ein Aufheizen minimiert werde.
Was auffällt: Auf fast keinem Spielplatz gibt es Toiletten. Dazu die Amtsleiterin: „Das scheitert meist daran, dass es keine Abwasser- und Frischwasserleitungen oder Strom gibt.“ Der Aufwand für Bau und Unterhalt der Toiletten sei hoch. Das Aufstellen von Dixi-Klos sei einfacher, jedoch aus gestalterischen Gründen fragwürdig.