Spielsuch Karten gegen die Sucht

Die Fälle von Spielsucht steigen – Experten suchen nach Mitteln und Wegen, Menschen, die vom Glücksspiel abhängig sind, vor sich selbst zu schützen. Foto: dpa
Die Fälle von Spielsucht steigen – Experten suchen nach Mitteln und Wegen, Menschen, die vom Glücksspiel abhängig sind, vor sich selbst zu schützen. Foto: dpa

Experten haben bei einem Symposium an der Universität Hohenheim nach Wegen gesucht, um Spielsüchtige vor sich selbst zu schützen.

Bad Cannstatt: Julia Barnerßoi (baj)
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Hohenheim - Momentan reicht es aus, Münzen in die bunt blinkenden Glücksspielautomaten zu werfen, um den Spielspaß in Gang zu setzen. Da es aber immer mehr Spielsüchtige gibt, erwägt der Gesetzgeber derzeit, Spielerkarten für Geldspielgeräte einzuführen, um potenziell Spielsüchtige vor sich selbst zu schützen. Über die Karte könnte der suchgefährdete Spieler, wenn es einen akuten Anlass gibt, gesperrt werden.

Diese Idee unterstützten die Teilnehmer des Fachsymposiums der Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim, das kürzlich stattfand. Über die Umsetzung müsse man sich jedoch wegen des Datenschutzes Gedanken machen, gaben die Experten zu bedenken – allen voran der hessische Datenschutzbeauftragte Professor Michael Ronellenfitsch. Wenn auf der Karte der Name des Spielers nicht direkt gespeichert wäre, könnte man dem Problem entgehen, schlug Professor Tilman Becker vor; er leitet die Forschungsstelle an der Uni Hohenheim.

Persönliche Daten sollen verschlüsselt werden

Statt die persönlichen Daten des Spielers zu speichern, könnte auch jedem Namen nur ein Zahlencode zugewiesen werden. Der Schlüssel, um den binären Code dem jeweiligen Spieler zuzuordnen, sollte dann ausschließlich einer amtlichen Stelle bekannt sein und streng vertraulich behandelt werden.

Neben dem Thema Spielerkarten sprachen die Experten auch über die Notwendigkeit, Spielautomaten besser zu überprüfen. „Die Diskussion zeigt, dass Handlungsbedarf besteht, um Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu erschweren“, sagte Tilman Becker. Die Prüfung könnte die Fälle reduzieren. Schon bei der Zulassung der Geräte sollte deshalb nach Meinung der Fachleute besser geprüft werden.

Über die Werbung für Glücksspiel zeigten sich die Anwesenden beim Symposium nicht glücklich. Ihrer Meinung nach werde noch nicht gut genug zwischen den Glücksspielarten differenziert. Die Werberichtlinien werden derzeit in diese Richtung überarbeitet.




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