Spielwarenhandel Was bedeutet die Rofu-Insolvenz für die Filiale in Freiberg?

Die Rofu-Filialen in der Region haben erst einmal weiter geöffnet – darunter die in Freiberg am Neckar. Foto: Andreas Essig

Der Spielwarenhändler Rofu, der in Deutschland mehr als 100 Filialen betreibt, hat Insolvenz angemeldet. Worauf sich Kunden im Kreis Ludwigsburg in der nächsten Zeit einstellen müssen.

Mehr als 100 Filialen betreibt der Spielwarenhändler Rofu Kinderland deutschlandweit und gilt als eines der führenden Unternehmen in der Branche. Eine Filiale steht in Freiberg am Neckar. Jetzt hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Für die Kunden soll trotzdem erst mal alles beim Alten bleiben.

 

Es handelt sich um eine sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung. Dieses Verfahren soll es Unternehmen ermöglichen, ihre finanziellen Probleme selbst zu bewältigen. Das Management bleibt also im Amt und wird von Sanierungsspezialisten unterstützt – mit dem Ziel, das Unternehmen „zukunftsfähig aufzustellen und langfristig zu erhalten“, wie es vonseiten der Geschäftsführung heißt. Die Suche nach potenziellen Investoren läuft bereits.

Gehalt für Mitarbeiter für drei Monate gesichert

Für die rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei Rofu angestellt sind, geht der Alltag zunächst „normal“ weiter, die Gehälter sind über das Insolvenzgeld gesichert – allerdings nur für drei Monate. Knapp 20 von ihnen arbeiten in der Filiale in der Harteneckstraße in Freiberg. Und was bedeutet das für die Kunden?

„Alle Filialen haben weiter geöffnet, und die Kunden können zu den gewohnten Öffnungszeiten bei Rofu einkaufen“, sagt eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. „Auch der Standort in Freiberg hat also geöffnet, und unsere Mitarbeiter sind für die Kunden da.“ Auch der Online-Handel laufe weiter wie bisher.

Schwaches Weihnachtsgeschäft

Rofu Kinderland bietet neben Spielwaren unter anderem auch Dekorations- und Schreibwaren an, aber auch Faschingskostüme sowie Süßwaren und Tierzubehör. Als Gründe für den Insolvenzantrag nennt die Geschäftsführung „ein schwaches Weihnachtsgeschäft, anhaltende Konsumzurückhaltung, gestiegene Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette sowie ein intensiver Wettbewerb“.

Das Eigenverwaltungsverfahren eröffne dem Unternehmen nun „eine Perspektive für die Zukunft“, sagt die vorläufige Sachwalterin Annemarie Dhonau. Sie wird das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleiten. Gleichzeitig kann die Rofu Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft, unterstützt durch erfahrene Sanierungsexperten, eigenverantwortlich handeln und unter Aufsicht eines Sachwalters weiterarbeiten. Ziel des Verfahrens ist eine „wirtschaftliche und strukturelle Neuaufstellung des Unternehmens unter eigener Führung“, wie es in einer Stellungnahme der Geschäftsführung heißt.

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