Spielzeit 2024/25 Das plant das Stuttgarter Ballett
In der nächsten Saison ist John Neumeiers „Anna Karenina“ der einzige Neuzugang im Repertoire des Stuttgarter Balletts. Das Bekannte drumherum hat Intendant Tamas Detrich aber spannend verpackt.
In der nächsten Saison ist John Neumeiers „Anna Karenina“ der einzige Neuzugang im Repertoire des Stuttgarter Balletts. Das Bekannte drumherum hat Intendant Tamas Detrich aber spannend verpackt.
Wer das Ballettkapitel im neuen Spielplanheft von hinten erblättert, stößt am schnellsten auf die Überraschungen der nächsten Saison: Das Solo-Tanztheater-Festival wird mit seiner Gala im November im Kammertheater gastieren (15./16. November), und zum Saisonauftakt steht die Premiere von Joachim Langs „Cranko“-Film an. Das Foto zum Film, das die bekannte Flughafenszene mit Cranko und Haydée in neuer Farbigkeit und Besetzung ausmalt, könnte für die ganze Saison stehen: Vom Noverre-Abend abgesehen, gibt es nur Bekanntes. Doch das hat Intendant Tamas Detrich so liebevoll neu verpackt, dass alles wunderbar frisch wirkt.
Immerhin neu für Stuttgart ist John Neumeiers „Anna Karenina“, die vom 14. März an im Opernhaus tanzt. „Schon bei der Premiere 2017 habe ich gedacht: Das ist ein Ballett für Stuttgart“, begründet Tamas Detrich die Wahl eines Stücks, das den Stuttgarter Tänzerinnen eine weitere starke Frauenrolle bieten soll. Und Detrich ergänzt: „Es ist toll, wie John Neumeier Tolstois Gesellschaftsdrama in die Gegenwart bringt.“
Die erste der insgesamt vier großen Ballettpremieren ist dem Komponisten Gustav Mahler gewidmet; MacMillans „Lied von der Erde“ und Béjarts „Lieder eines fahrenden Gesellen“ treffen in diesem Rahmen vom 15. Januar an auf Crankos rekonstruiertes „Spuren“-Fragment, das bislang nur bei einer Gala zu sehen war.
Jünger, diverser präsentiert sich das Stuttgarter Ballett vom 17. April an im Schauspielhaus. Aus den 34 Uraufführungen unter seiner Intendanz hat Detrich vier ausgewählt, die dem Titel „Nacht/Träume“ mit Tanzausflügen in Zwischenreiche gerecht werden: Fabio Adorisio ist mit „Lost Room“ dabei, Vittoria Girelli mit „Sospesi“, Marco Goecke mit „Nachtmerrie“ und das bei Noverre entdeckte Choreografenpaar Repele & Riva mit „La jeune fille et les morts“.
„Fünf für Hans“ verbeugt sich ab 24. Mai vor Hans van Manen, von „Adagio Hammerklavier“ bis „Frank Bridge Variations“ spannt sich der Bogen und frischt die lange Zusammenarbeit mit dem Choreografen auf.
Unter den Wiederaufnahmen soll „Don Quijote“ vom 4. Juli an Sommer-Akzente setzen. Dazu „Nussknacker“ und „Schwanensee“: Der Klassiker-Tisch ist reich gedeckt.