Spielzeitbuch der Staatstheater Katalog vom Theater – fürs Altpapier?

Auch die Oper präsentiert ihr Programm im „Spielzeitbuch“. Foto: dpa/Bernd Weissbrod

Tausendfach haben die Stuttgarter Staatstheater ihr neues, opulent aufgemachtes „Spielzeitbuch“ versandt. Nebst Lob gibt es diesmal auch kritische Fragen: Sind die Mittel dafür sinnvoll eingesetzt?

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Gehen die Stuttgarter Staatstheater sparsam genug mit ihrem Geld um? Angesichts der Pläne, das Opernhaus für mindestens eine Milliarde Euro zu sanieren, achten die Bürger darauf auch im Kleinen. Leise Zweifel kamen auf, als dieser Tage tausendfach das „Spielzeitbuch 2022/23“ versandt wurde. Teils ungefragt, fanden viele Adressaten einen 230 Seiten dicken, opulent aufgemachten Katalog in ihren Briefkästen. Ausführlich präsentieren Schauspiel, Ballett und Oper darin ihre nächsten Projekte.

 

Fragen nach Ressourcen häufen sich

Insgesamt sei das Echo positiv, berichtet das Theater. Allerdings häuften sich diesmal „die Fragen nach den investierten Ressourcen“; angeregt werde etwa, den Verteiler zu verkleinern. Auch Leser unserer Zeitung fragten, ob das gewiss kostspielig hergestellte Buch nicht allzu oft ungelesen im Altpapier landen werde. Für Produktion und Versand fielen laut Theater pro Exemplar fünf Euro an; 30 000 von insgesamt 52 000 Büchern gingen an Abonnenten und Interessenten. Es handele sich um die „zentrale Dokumentation“ des künstlerischen Wirkens, Qualität und Niveau müssten dem Anspruch des gesamten Hauses entsprechen. Aber man überprüfe ständig, was sich anders oder besser machen ließe. Auch im Online-Zeitalter werde ein gedrucktes Buch noch geschätzt; anderswo sei eine radikale Umstellung aufs Digitale denkbar schlecht angekommen.

Nur zehn Prozent gegen weiteren Versand

Womöglich habe man die kritischen Rückmeldungen auch selbst ausgelöst, meint eine Sprecherin: Einen Teil der Empfänger habe man nämlich gefragt, ob sie weiter das Spielzeitbuch bekommen oder lieber digital informiert werden wollten. Nur etwa zehn Prozent hätten auf den Versand verzichtet. Fazit des Theaters: Gerne diskutiere man mit dem Publikum über „angemessene Publikationsformate“, das sei „produktiv und notwendig“.

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