Spitzengastronomie in Stuttgart Vom Riesenkasten ins Minilokal

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In zwei führenden Restaurants in der Region hat es einen Wechsel gegeben: Andreas Hettinger kocht jetzt im Délice, im Adler in Asperg führt Philipp Rümmele nun das Regiment.

Andreas Hettinger hat im Restaurant Délice die Küche übernommen. Foto: factum/Granville
Andreas Hettinger hat im Restaurant Délice die Küche übernommen. Foto: factum/Granville

Stuttgart - Andreas Hettinger rollt Pralinen. Es ist früh am Montagabend, das Restaurant wird heute ausgebucht sein: 16 Genießer werden kommen, ein Großteil wird sich für sein Fünf-Gänge-Überraschungsmenü entscheiden. Seit dieser Woche ist der 32-Jährige offiziell der neue Küchenchef, Saucier, Patissier und Schnipselgehilfe im Mini-Gourmettempel Délice (ein Stern im „Guide Michelin“). Sein kongenialer Partner im Gewölbekeller an der Hauptstätter Straße ist Evangelos Pattas. Der Inhaber und Sommelier schwärmt in höchsten Tönen: „Überglücklich“ sei er, dass mit Hettinger der frühere Stellvertreter von Bernhard Diers in der Zirbelstube des Hotels am Schlossgarten jetzt als Nachfolger von Benjamin Schuster bei ihm koche.

Auch Hettinger strahlt: Er kommt aus dem Vaterschaftsurlaub, die kleine Sophia ist sechseinhalb Monate alt, und die Arbeit im Délice ermöglicht ihm ein Familienleben. Samstag und Sonntag ist das Restaurant geschlossen, und da Hettinger sämtliche Arbeiten in der offenen „Küchenbar“, wie er sie nennt, selbst bestreitet, kann er seinen Tag flexibel gestalten. „Ich geh vormittags auch mal zum Kinderarzt.“ Zuvor leitete Hettinger die Küche im Scholz am Park, „ein Riesenkasten“, wie er ehrfürchtig sagt. Die Arbeit habe viel Kraft gekostet, aber er habe auch viel aufgebaut.

Zuletzt die Küche im Scholz am Park geleitet

Seine Entscheidung, ins Délice zu wechseln, also wieder zurück zu den Wurzeln, hält man auf dem Killesberg für „folgerichtig“. Man habe sehr gut zusammengearbeitet, sagt Stephanie Benzing vom Scholz am Park, aber Hettinger passe doch viel besser zur Sternegastronomie. Sein Nachfolger ist der 30-jährige Nicholas Lilla. Der gebürtige Franzose hat im Gui bei Bastian Pfeifer gelernt. Er werde das Brasserie-Konzept weiter verfolgen, sagt Stephanie Benzing. Das Scholz entwickle sich sehr gut, an sonnigen Sonntagen zähle sie bis zu 800 Gäste, meint die Wirtin.

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