Wenn der Kreisvorstand und die Delegierten der Ortsvereine zustimmen, wird Martin Körner der Spitzenkandidat der SPD für die Kommunalwahl im Mai 2014. Der Bezirksvorsteher von Stuttgart-Ost hat sich viel vorgenommen.

Lokales: Jürgen Brand (and)

S-Ost - Martin Körner hat spannende Monate vor sich. Wenn der Kreisvorstand der SPD am Donnerstag und die Delegierten der Stuttgarter Ortsvereine der Sozialdemokraten am 23. November zustimmen, wird er der Spitzenkandidat der Partei für die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sein. Und – immer ein gutes Wahlergebnis vorausgesetzt – ist der Bezirksvorsteher von Stuttgart-Ost dann auch der erste Kandidat für den Fraktionsvorsitz im Stuttgarter Gemeinderat. Körner sagt mit Blick auf den beginnenden Wahlkampf: „Mir macht das Spaß, ich mache das gerne.“ Auch wenn er nach der Wahl möglicherweise das Ehrenamt des Ost-Bezirksvorstehers abgeben muss.

Die SPD sortiert sich neu. Auf Bundesebene tut sie das im Ringen um ihre Rolle in einer möglichen großen Koalition, auf Stuttgart-Ebene werden die Weichen durch einen Spitzenkandidaten wie Körner neu gestellt. Sowohl die bisherige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat, Roswitha Blind, als auch ihr Stellvertreter Hans Pfeifer, dem ebenfalls Ambitionen nachgesagt worden waren, sprachen sich in der Findungskommission für den 43-jährigen Diplom-Volkswirt aus. Die Kommission, der auch der Stuttgarter SPD-Vorsitzende Dejan Perc sowie seine Stellvertreter Daniel Campolieti und Ute Vogt angehören, sei auf ihn zugekommen, sagt Körner. Er sei einen Monat damit schwanger gegangen, bevor er gesagt habe: „Das kann ich mir vorstellen.“

Körner wohnt im Stuttgarter Osten

Körner ist seit November 2009 ehrenamtlicher Bezirksvorsteher von Stuttgart-Ost und war einige Jahre Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion. Zurzeit arbeitet er in Elternteilzeit 50 Prozent als parlamentarischer Berater für Wirtschaftspolitik im Landtag von Baden-Württemberg. Im letzten Jahr seiner Elternzeit will er auf 20 Prozent reduzieren, damit er einerseits genug Zeit für den Wahlkampf, andererseits für seine Frau und seine kleine Tochter hat. Erfahrung in Wahlkämpfen hat er von der Bundestagswahl 2005 und von der Landtagswahl 2011, wobei er vor zwei Jahren ein „frustrierendes Ergebnis“ erzielte, wie er zugibt. Aber: „Stuttgart ist meine Heimat geworden und die Stuttgarter SPD meine politische Heimat“, sagt der gebürtige Schwäbisch Haller, der seit vielen Jahren im Stuttgarter Osten wohnt.

Der 43-Jährige hat sich viel vorgenommen. „Die Stuttgarter SPD erneuert sich“, sagt er. „Ich will meinen Beitrag leisten, dass die SPD in Stuttgart wieder eine wichtigere Rolle spielt.“ Sein erstes Ziel ist eine Trendwende bei den Wahlergebnissen nach vielen Jahren der Stimmenverluste. Bis 2020 will er die SPD so weit bringen, dass sie eine Kandidatin oder einen Kandidaten hat, die oder der bei der nächsten OB-Wahl Nachfolger von Fritz Kuhn werden kann.

Neue Ideen für die moderne Stadtgesellschaft

Einer seiner wichtigen politischen Programmpunkte ist die Bürgerbeteiligung. Körner: „Ich glaube, dass wir die Demokratie in der modernen Stadtgesellschaft auf neue Füße stellen müssen.“ Als Bezirksvorsteher hat er in den vergangenen Jahren Beispiele für neue Teilhabeformen geschaffen, beispielsweise bei der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Schwanenplatzes im Stadtteil Berg oder zuletzt mit der frühzeitigen Beteiligung der Gablenberger bei der Ausformung eines möglichen Sanierungsgebietes dort. Aber: „Für solche neuen Organisationsformen von Teilhabe muss der Gemeinderat den Bezirksbeiräten auch die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stellen.“

Körner unterstützt außerdem die Direktwahl der Bezirksbeiräte und ein Vorschlagsrecht dieser Ortsgremien bei der Wahl des jeweiligen Bezirksvorstehers. Weitere wichtige Themen sind für ihn unter anderem bezahlbarer Wohnraum und ein stärkerer Fokus der Stadtpolitik auf die Kultur- und Kreativszene. Als Bezirksvorsteher unterstützt er zum Beispiel die Einrichtung eines Hauses für Film und Medien in der Villa Berg.

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