Wird Cem Özdemir bei der Landtagswahl in zwei Jahren als Spitzenkandidat der Grünen antreten? Soweit sich überhaupt irgendwas vernünftig über die Zukunft sagen lässt, lautet die Antwort: Na klar! Niemand anderes als Özdemir könnte für die Grünen in einem politisch schwierigen Umfeld die Villa Reitzenstein noch retten. Mag er auch vom Zuschnitt her ein Bundespolitiker sein mit einem besonderen Faible für die Außenpolitik – als Liebhaber der landespolitischen Kärrnerarbeit hat er sich bisher nicht gezeigt. Aber Özdemir ist ganz ohne Zweifel ein Politiker, der Erfahrung, Überzeugung und Integrität auf die Waagschale bringt. Zudem ist er im Land bekannt und präsent. Letzteres übrigens seit einiger Zeit mit viel sagender Häufigkeit.
Was nun die aktuelle Meldung angeht, so mag dahin der Wunsch der „Bild“-Zeitung stecken, als erste das Offensichtliche zu enthüllen. Vielleicht stecken auch Bestrebungen dahinter, ihn auf die Spitzenkandidatur festzulegen – oder ihn aus Berlin wegzuloben. Gefallen kann ein Frühstart weder dem Hoffnungsträger noch dem Amtsinhaber Winfried Kretschmann. Deswegen lässt sich Özdemir ein Schlupfloch auch noch offen.