Spitzensport In welchem Bereich würden Sie besonders viel investieren?

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Clemens Prokop: In den Aufbau regionaler Anti-Doping-Zentren, die dann jeweils für die Region auf internationaler Ebene für ein funktionierendes Anti-Doping-System sorgen würden, nach Vorgabe und unter Aufsicht der Wada.

Marius Breucker: Investieren würde ich in ein System, welches die einzelnen Verbände ertüchtigt und zugleich zwingt, die Dopingfreiheit ihrer Sportler anhand von von der Wada vorgegebenen Kriterien selbst nachzuweisen. Die Tätigkeit der Wada und der internationalen Verbände könnte sich dann auf Stichproben beschränken, was immer noch aufwendig, aber doch eher leistbar und finanzierbar wäre.

Fritz Sörgel: In die Forschung. Gerade hier gibt es bei der Wada viel zu wenig Projekte. Allerdings sind 30 Millionen Euro, wenn man die Forschungsaufgabe ernst nimmt, kein Betrag, der wirklich weiterhilft.

Hajo Seppelt: In Dopingkontrollen, die es in vielen Ländern nicht oder kaum gibt. In eine internationale Einheit von Ermittlern, die nicht ins Dopingkontrollsystem involviert ist – das ist ein möglicher Schlüssel zum Erfolg. Und, auch wenn es keine Sache des Sports ist, sondern der weltweiten Medienunternehmen: Der investigative Journalismus im Sport muss gestärkt werden.

Perikles Simon: In den Bereich der investigativen Ermittlung im weiteren Sinne. Es ist erwiesen und klar belegt, dass der laboranalytische Ansatz im Anti-Doping-Kampf lediglich die einfachsten Dopingmaßnahmen eindämmen kann – und dies auch nur unter Kontrolle durch Sportfunktionäre. Investigativer Journalismus (niedrigste Kosten) und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen (zweitniedrigste Kosten) sind weitaus effektiver und vermögen auch sehr trickreiche Dopingbetrüger zu überführen.

Ines Geipel: Junge Leute gehen in den Sport, weil sie etwas für sich gefunden haben, das ihnen etwas bedeutet. Für diese Freude an der Bewegung und den Schutz der Talente lohnt sich jede Investition.

Hans-Michael Holczer: Ich würde meine Energie darauf verwenden, die forschende Pharmaindustrie dazu zu bringen, konsequent mit Markern zu arbeiten, damit (neue) Medikamente und Wirkstoffe bei Kontrollen leicht zu finden sind. Würde dies gelingen, wäre der Kampf gegen Doping ein großes Stück weiter.

Andrea Gotzmann: Für die Nada ist es essenziell, dass Athleten weltweit nach anerkannten Standards mit vergleichbarer Kontrolldichte überprüft werden und an Präventionsmaßnahmen teilnehmen können. Leider ist dies bislang nicht der Fall. Die Diskrepanz der Qualität der Anti-Doping-Arbeit weltweit ist nicht akzeptabel und bedarf dringend einer Harmonisierung. Ich sehe hier vor allem die Wada in der Pflicht, die Instrumente der „Non-Compliance“ konsequent und nachvollziehbar anzuwenden. Zudem halte ich es für wichtig vor allem im Bereich der Präventionsarbeit, viel mehr zu investieren. Nur aufgeklärte Athletinnen und Athleten können selbstbewusst und selbstbestimmt „Nein“ gegen Doping sagen.

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