Spitzensportler Frank Stäbler Weltmeister motiviert Schüler

Von Jacqueline Fritsch 

Der dreifache Ringer-Weltmeister Frank Stäbler will Schülern zeigen, wie sie mit Rückschlägen umgehen und ihre Ziele erreichen können. Das Projekt „be ready“ startete am Montag in einer Leinfelder Schule.

Frank Stäbler gibt rund 160 Schülern Tipps, wie sie mit Herausforderungen umgehen und ihre Ziele erreichen können. Foto: Jacqueline Fritsch
Frank Stäbler gibt rund 160 Schülern Tipps, wie sie mit Herausforderungen umgehen und ihre Ziele erreichen können. Foto: Jacqueline Fritsch

Leinfelden - Im Sportunterricht hat Frank Stäbler damals eine Dreiminus kassiert. „Dann habe ich zu meinem Lehrer gesagt, dass ich eines Tages den Adler auf meiner Brust tragen und Deutschland repräsentieren will“, sagt Stäbler rückblickend, „da hat er gemeint ‚träum weiter’“. Das hat den heutigen dreifachen Ringer-Weltmeister noch mehr angespornt – „jetzt erst recht“ dachte er damals und das sei bis heute eine wichtige innere Haltung für den Musberger. Die gibt er nun – mitten in der Vorbereitung auf die Europameisterschaft und die Olympischen Spiele – an Schüler weiter.

„Be ready“, „sei bereit“, heißt das Projekt der Stiftung „Sport in der Schule“, des Kultusministeriums und des Ringers Frank Stäbler, das am Montag in Leinfelden an den Start ging. Mit Vorträgen an Grundschulen, weiterführenden Schulen und Eliteschulen des Sports will Stäbler Kindern und Jugendlichen erzählen, wie sie Rückschläge überwinden und ihre Ziele erreichen können. „Die Ideale des Spitzensports sind genauso übertragbar auf das Leben“, sagt Stäbler.

Vortragsreihe startet an Stäblers alter Schule

Mit bereits zwei Weltmeistertiteln in der Tasche wurde Frank Stäbler aus seinem Trainingsraum geworfen, acht Tage vor den Olympischen Spielen 2016 hat er sich verletzt – die Karriere des Ringers ist nicht ohne Rückschläge und Herausforderungen verlaufen. Der Sportler hat sich aber jedes Mal zurückgekämpft. „Und wieder habe ich gedacht ‚jetzt erst recht, denen beweise ich es’“, sagt Stäbler.

Wenn nicht alle Anwesenden wüssten, dass Frank Stäbler ein erfolgreicher Sportler ist, könnte man glatt meinen, er wäre ein professioneller Redner. Mit starker Stimme und überzeugendem Ton erzählt er den Fünft- bis Zehntklässlern der Ludwig-Uhland-Schule, seiner alten Schule, von seinem Werdegang, von Hürden, Niederlagen und natürlich von seinen großen Erfolgen. „Gewinnen ist nicht das schönste Gefühl“, sagt er, „es ist das Schönste, wenn du verlierst, dich entscheidest zu kämpfen und dann beim nächsten Mal gewinnst“. Deshalb rät er den Schülern, sich aus ihrer Komfortzone herauszutrauen, Risiken einzugehen und vor allem Fehler zu machen – denn nur aus denen könnte man lernen.

„Auf der Matte bin ich der König“

„Ihr müsst brennen für euren Traum und ihn beschützen“, sagt Stäbler. Und damit das klappt, muss man einen Sinn darin sehen. „Am Anfang dachte ich, dass ich für Anerkennung, Geld und Ruhm kämpfe“, erzählt der Weltmeister, „aber das hat nicht geklappt, ich habe mich jeden Morgen gefragt, warum ich mich dafür quälen sollte“. Statt nach Anerkennung zu streben, habe er den Sinn seines Tuns dann darin gesehen, seine Familie stolz zu machen und eine Inspiration für andere zu sein. „Dieser Sinn muss nur für euch Sinn ergeben, nicht für andere“, betont Stäbler.

Im Laufe der Zeit hat Frank Stäbler so viel Selbstbewusstsein getankt, dass es zu seinem Ritual geworden ist, sich vor jedem Kampf dreimal auf die Brust zu klopfen und zu sagen: „Auf der Matte bin ich der König.“ In diese Richtung will er auch die Schüler bringen. Das scheint bei den Leinfeldener Werkrealschülern gut angekommen zu sein: „Ich habe gelernt, dass man sich von niemandem sagen lassen soll, dass man für irgendetwas nicht gut genug ist“, sagt die 15-jährige Sudenaz.