Sport auf der Filderebene Vereine haben gute Chancen auf Kunstrasenplätze

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Das dürfte die Sportler in den Filderbezirken freuen: Das Amt für Sport und Bewegung will fünf Hartplätze im Stuttgarter Stadtgebiet zu Kunstrasenplätzen umbauen – vier davon befinden sich auf der Filderebene. Wir haben alle Informationen.

Kunststoffrasenplätze sind  bei Sportlern  deutlich beliebter als Hartplätze oder Plätze  mit natürlichem Rasen. Foto: Leonie Schüler
Kunststoffrasenplätze sind bei Sportlern deutlich beliebter als Hartplätze oder Plätze mit natürlichem Rasen. Foto: Leonie Schüler

Filder - So richtig laut jubeln möchte Heinz-Werner Maden noch nicht. Zu oft hat der Vorsitzende des TSV Jahn Büsnau in den vergangenen Jahren eine Enttäuschung erlebt. Bereits vor zwölf Jahren hat sein Verein einen Antrag gestellt, dass der bestehende Hartplatz in einen Platz mit Kunststoffrasen umgebaut wird. „Aber wir wurden immer wieder nach hinten durchgereicht.

Nun hat das Amt für Sport und Bewegung den Tennenplatz in Büsnau auf den ersten Platz seiner Dringlichkeitsliste im Hinblick auf die Beratungen zum Doppelhaushalt 2018/2019 aufgenommen. Unter dem Punkt „Sanierungsprogramm Tennenplätze“ sollen fünf der verbliebenen neun Hartplätze im Stuttgarter Stadtgebiet durch Kunstrasenplätze ersetzt werden. Von den fünf Sportplätzen, die auf der Dringlichkeitsliste stehen, befinden sich vier auf der Filderebene.

Schulklassen wollen kaum noch trainieren

„Ich bin schon sehr begeistert über den ersten Platz“, sagt der TSV-Vorsitzende Maden, schiebt aber gleich hinterher: „Aber letztlich entscheiden die Stadträte, ob wir den Kunstrasenplatz bekommen oder nicht.“ Bereits seit Jahren sei der Hartplatz in einem schlechten Zustand: „Durch die Lage des Vereinsgeländes in einem Tal, das von Natur umgeben ist und aufgrund des Bachs, der direkt am Sportplatz vorbeifließt, wird das Spielfeld immer wieder überflutet.“ Außerdem liegt der Platz durch die hohen Bäume im Schatten, was dazu führt, dass der Frost im Winter nicht abtaut. Und auch der Rasenplatz sei im Winter so gut wie nie bespielbar, weil er entweder gefroren oder verschlammt sei.

„Derzeit trainieren auch die Schulklassen der benachbarten Steinbachschule so gut wie gar nicht mehr auf unserem Sportgelände. Das Verletzungsrisiko ist zu hoch“, sagt der Vereinsvorsitzende Mader. Dass der Wunsch nach dem Kunstrasenplatz in Büsnau von vielen Menschen unterstützt wird, zeigte auch das Ergebnis im Bürgerhaushalt: Der Vorschlag landete mit 1201 Stimmen auf Platz 19 – und schaffte es von allen Sportprojekten in ganz Stuttgart auf Platz 2. Schon 2018 könnte in Büsnau Baubeginn sein; die Kosten für die Umwandlung des Platzes gibt das Sportamt mit 750 000 Euro an.

SV Hoffeld ist auf dem zweiten Platz

Auf dem zweiten Platz der Dringlichkeitsliste steht der SV Hoffeld. Der Verein hat zwar insgesamt drei Sportplätze – einen Tennenplatz, einen Rasenplatz und einen Kunstrasenplatz – jedoch spielt sich nach den Worten des Vereinsvorsitzendem Götz Bräuer fast das gesamte Sportgeschehen auf dem Kunstrasenplatz ab. „Der Platz mit natürlichem Rasen ist lediglich im Sommer bei optimalem Wetter bespielbar, denn es gibt kein Flutlicht, sodass es im Winter abends finster ist. Und bei schlechtem Wetter ist alles schlammig.“ Auf dem Tennenplatz spiele kaum mehr jemand.

Dass der Verein nun realistische Chancen hat, den Tennenplatz ebenfalls zum Kunstrasenplatz umzuwandeln, freut den Vereinsvorsitzenden. „Das würde die Situation bei uns sehr entspannen“, sagt Breuer. Derzeit gibt es bei den vier- bis fünfjährigen Nachwuchs-Fußballern bereits einen Aufnahmestopp, da der Verein schlichtweg keine Platzkapazitäten mehr habe.

„Bei uns nutzen zahlreiche Jugendmannschaften, Frauen, Mädchen, Jungen, Aktive, Alte Herren sowie die Rugbymannschaft und die Internationale Schule den Kunstrasenplatz“, sagt Bräuer. Nach der Dringlichkeitsliste des Sportamtes könnte in Hoffeld im Jahr 2019 Baubeginn sein, im selben Jahr auch die Inbetriebnahme. Die Kosten werden mit 775 000 Euro angegeben.

Platz des SV Fasanenhof ist 37 Jahre alt

Ganz überrascht von der frohen Kunde ist Hans-Joachim Spranger, der Vorsitzende des SV Fasanenhof. Sein Verein steht auf dem dritten Platz der Dringlichkeitsliste. Den Hartplatz gibt es seit dem Jahr 1980 – genauso lange, wie es den Verein gibt. Die 37 Jahre sind dem Sportplatz anzusehen. Etliche Male war er beschädigt und wurde repariert; dennoch lässt der Zustand zu wünschen übrig.

„Der dritte Platz auf der Dringlichkeitsliste ist natürlich eine gute Nachricht“, sagt Spranger. Die meisten Fußballer wollten schon seit Längerem nicht mehr auf dem Hartplatz spielen. Die Verletzungsgefahr auf dem Granulat sei zu hoch. Auch auf dem Fasanenhof könnte in zwei Jahren Baubeginn sein, im selben Jahr auch die Inbetriebnahme. Die Kosten werden auf 640 000 Euro geschätzt.

Wohl noch etwas gedulden müssen sich unterdessen die Sportfreunde Stuttgart, die auf der Waldau in Degerloch beheimatet sind. Die Umwandlung des dortigen Hartplatzes (Kostenpunkt: 780 000 Euro) steht auf Platz fünf der Dringlichkeitsliste. Hier könnte frühestens im Jahr 2020 Baubeginn und Inbetriebnahme sein, denn zuvor müssen die bestehenden Flüchtlingscontainer frei werden.

Vier Hartplätze sollen bestehen bleiben

Die neun verbliebenen Hartplätze im Stuttgarter Stadtgebiet sind allesamt älter als 25 Jahre. Fünf davon sollen in den kommenden Jahren kontinuierlich durch Kunstrasenplätze ersetzt werden. Bei vier Hartplätzen jedoch lohnen sich wohl der Aufwand und die Kosten nicht – diese sind auch nicht auf der Dringlichkeitsliste aufgeführt. „Die Belegung und Auslastung der Plätze rechtfertigt die Umwandlung der Plätze derzeit nicht“, sagt Günther Kuhnigk, der Leiter des Amtes für Sport und Bewegung.

Voraussetzung für die Umwandlung aller fünf Plätze, die in die Dringlichkeitsliste aufgenommen wurden, ist die Zustimmung des Gemeinderats. „Die Projekte, die auf den vorderen Plätzen der Prioritätenliste stehen, haben gute Chancen, in den Doppelhaushalt aufgenommen zu werden“, sagt der CDU-Stadtrat Jürgen Sauer und ergänzt: „Das ist ein tolles Ergebnis für die Filderbezirke.“ Die finale Entscheidung fällt erst zum Jahresende. Im Herbst beginnen die Haushaltsberatungen; in den Tagen vor Weihnachten wird der Haushalt dann traditionell beschlossen.

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