Sport in Kemnat Gemeinderat stellt Förderantrag – Chance für Kunstrasenplatz-Pläne
Die Sanierung des Naturrasenplatzes haben die Kommunalpolitiker dem TV Kemnat zugesagt. Nun wird trotz Mehrkosten ein Förderantrag für Kunstrasen gestellt.
Die Sanierung des Naturrasenplatzes haben die Kommunalpolitiker dem TV Kemnat zugesagt. Nun wird trotz Mehrkosten ein Förderantrag für Kunstrasen gestellt.
Hohe Priorität hat die Sanierung des Sportplatzes in Kemnat für die Kommunalpolitiker in Ostfildern. „Wir stehen da im Wort“, verwies Petra Hönschel-Gehrung, die Fraktionschefin der Freien Wähler, in ihrer Haushaltsrede auf die Dringlichkeit des Projekts. Der Gemeinderat hatte entschieden, den Naturrasenplatz zu erneuern. Nun stimmten die Gemeinderäte dennoch dafür, Fördermittel für einen Kunstrasenplatz zu beantragen.
Falls diese fließen, würden der TV Kemnat und die benachbarte Pfingstweideschule doch einen Kunstrasenplatz bekommen. Ansonsten wird, wie vom Gemeinderat 2023 beschlossen, der Naturrasen erneuert. Marcus Bienzle, der Vorsitzende des TV Kemnat, und sein Team haben alle Fördermöglichkeiten abgeklopft und errechnet, dass der Naturrasen zwar günstiger anzulegen wäre – die Folgekosten bei der Pflege seien aber deutlich höher. Bei Naturrasen müssten Teams des Bauhofs ausrücken. Das koste die Stadt dauerhaft Geld, während der Kunstrasen von Vereinsmitgliedern gereinigt werden könnte. Sofern die Kemnater für einen Kunstrasenplatz Fördergelder vom Bund und vom Württembergischen Landessportbund bekämen, würden die Mehrkosten 175 000 Euro betragen.
Die Argumente von Verein und Schule haben die Mehrheit des Gemeinderats dazu bewogen, den Kunstrasen-Plänen eine Chance zu geben. „Wir Freien Wähler haben uns mit der Frage auseinandergesetzt, auch unter dem Aspekt, dass wir uns nicht mehr alles Wünschenswerte leisten können“, sagte Markus Kotschner. Ohne Frage überwiegen nach seinen Worten die Vorteile eines Kunstrasenplatzes „mit seiner dauerhaften Nutzung unabhängig von den Witterungen und höheren Belastbarkeit“. So werde etwa der Kunstrasenplatz in Nellingen durch alle Schulen und Vereine an sieben Tagen der Woche dauerhaft genutzt.
„Das ermöglicht den Schulen bei schlechter Witterung Schulsport auf dem Kunstrasen“, sagt Kotschner. Die Freien Wähler sehen Chancen, dass Fördergelder für den Kunstrasenplatz bewilligt werden könnten; „Dann wäre die Ausgabe zu verantworten.“
Auf die „kontroversen Diskussionen in seiner CDU-Fraktion“ verwies Andreas Futterer. Dennoch sieht er „am Ende des Tages mehr Vorteile als Nachteile“. Vor allem sei die Pflege des Kunstrasens günstiger. Skeptisch ist Futterer aber, was die Erfolgsaussichten für den Förderantrag angeht. Die Verwaltung gehe mit weiteren Projekten ins Rennen um die Fördergelder, etwa für die Sanierung des Hallenbads. „Ein fünfter Kunstrasenplatz in Ostfildern hat sowohl insgesamt als auch im Hinblick auf diese weiteren Sanierungsprojekte in der Stadt eingeschränkte Chancen.“
Der Änderungsantrag der Freien Wähler mache sie „ehrlich gesagt einigermaßen fassungslos“, sprach Gabriele Klumpp für die Mehrheit der Grünen-Fraktion. „Wir haben in der heutigen Sitzung einen Haushalt verabschiedet, der ein Defizit von mehr als sieben Millionen Euro aufweist. Da lasse sich die Mehrausgabe nicht verantworten. Die Konzepte der Ganztagsschule ließen sich auch ohne einen Kunstrasenplatz verwirklichen. Klumpp sieht Kunstrasen klar im Nachteil, was die ökologische Bilanz angeht.
Für die SPD kritisierte Ünal Yalcin die Kunstrasen-Pläne. Es sei der Bürgerschaft nicht zu vermitteln, dass die Pläne für den Schulhof der Schule im Park auf unbestimmte Zeit auf Eis liegen, während in Kemnat ein Kunstrasenplatz mit erheblichen Mehrkosten gebaut werde. Angesichts der Haushaltslage müsste die Sanierung des Kemnater Platzes ohnehin aufgeschoben werden, sagt Yalcin: „Aber wir halten am Naturrasen fest, da stehen wir beim Verein im Wort.“