Sport- und Erholungsgebiet Waldau Montessori-Kinderhaus braucht eine Perspektive

Die Baugenehmigung für den Kindergarten auf der Waldau war befristet. Foto: privat

Muss der Kindergarten in Degerloch bald einer dritten Eishalle weichen? Zumindest läuft die Baugenehmigung Ende 2025 aus – und eine Verlängerung ist nicht in Sicht.

Familie/Bildung/Soziales: Alexandra Kratz (atz)

Das freundliche, rundum mit Holz verkleidete Haus steht mitten im Grünen. Dort spielen und lernen 60 Mädchen und Jungen im Alter von zwölf Monaten bis sechs Jahren. Wie lange noch, das ist ungewiss, denn die Baugenehmigung des Montessori-Kindergartens Degerloch läuft Ende 2025 aus. Die Stadt hatte das Gebäude am Keßlerweg 2015 genehmigt, allerdings befristet für zehn Jahre. Denn schon damals war klar, dass das Sport- und Erholungsgebiet Waldau planerisch und städtebaulich neu geordnet werden muss. Konkret könnte auf dem Grundstück, auf dem heute der Kindergarten steht, eine dritte Eishalle gebaut werden.

 

„Den Betreibern der Kita war bewusst, dass die Genehmigung nur befristet erteilt wurde. Sie benötigen jedoch eine Perspektive über das Jahr 2025 hinaus“, sagt die Grünen-Stadträtin Beate Schiener. Ihre Fraktion hat das Thema in einem Antrag aufgegriffen. Degerloch sei mit Kitaplätzen unterversorgt. Das Jugendamt bestätige den Bedarf und habe eine Verlängerung der Baugenehmigung um fünf Jahre beantragt. Wenn die Zukunft des Montessori-Kindergartens auf der jetzigen Fläche nicht sichergestellt sei, brauche der Trägerverein zeitnah einen alternativen Standort, um Planungssicherheit für die Eltern und das pädagogische Personal zu gewährleisten, heißt es in dem Antrag.

Stadt soll bei der Grundstückssuche helfen

„Das Thema brennt uns unter den Nägeln“, bestätigt der Vorstand des Montessori-Kindergartens auf Nachfrage unserer Zeitung. Vor Kurzem hat er die Eltern und das pädagogische Personal erneut über die aktuelle Sachlage informiert. „Wir wollen unser Kinderhaus erhalten und wünschen uns, dass die Stadt das Thema mit uns pragmatisch und lösungsorientiert angeht. Wir brauchen eine dauerhafte Lösung für Degerloch und in Degerloch“, sagt der Vorstand. Es sei davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren noch keine Bagger auf der Waldau anrollen. „Da wären wir also noch niemandem im Weg.“ Der Verein betont aber auch, dass, wenn er mittel- bis langfristig weichen müsse, er bei der Suche nach einem neuen Standort auf die Unterstützung der Stadt angewiesen sei. „Wir allein schaffen das nicht.“

Die Stadtverwaltung möchte für das Sport- und Erholungsgebiet Waldau einen Masterplan aufstellen. In mehreren Workshops sollen alle Akteure auf der Waldau gemeinsam eine Zukunftsvision erarbeiten. Dabei werde es auch darum gehen, „die aktuellen und perspektivisch avisierten Bauvorhaben im Gebiet zu integrieren“, erklärt die Stadtverwaltung in einer schriftlichen Stellungnahme. In diesem Zusammenhang sollen auch die bereits vorhandenen sportfremden Nutzungen sowie die Verkehrs- und Parkplatzsituation betrachtet werden.

Inzwischen zeichnet sich eine Lösung ab

Der Vorstand des Montessori-Kindergartens betont, dass er sich selbstverständlich an diesem Prozess beteiligen werde und jederzeit offen für Gespräche sei. Jedoch brauche er bereits jetzt eine Perspektive und könne nicht die Ergebnisse einer Planungswerkstatt abwarten. Inzwischen zeichne sich eine Lösung ab, so der Kitavorstand. Demnach wird die Baugenehmigung für den Kindergarten wohl nicht erneut verlängert. Jedoch wollen Träger und Verwaltungsspitze in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag festschreiben, dass der Kindergarten so lange bleiben darf, bis ein Baustart auf der Waldau absehbar ist. Dies auch in der Hoffnung, dass sich im Zuge der Workshops ein neuer, langfristiger Standort für den Kindergarten ergibt.

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